Saarbrücker Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm. Hinterlassenschaften einer Nacht, in einem Kunstwerk deponierte Kleidungsstücke auf dem Gelände des ehemaligen Männerlagers. (Foto: Dr. Burkhard Jellonnek)

Anzeige nach Feier an Saarbrücker Gestapo-Gedenkstätte

  03.08.2020 | 12:35 Uhr

Wegen Störung der Totenruhe auf dem Gelände der Saarbrücker Gedenkstätte Gestapo-Lager hat die Initiative Neue Bremm Strafanzeige erstattet. Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonntag offenbar eine Feier an der Gedenkstätte veranstaltet.

Die Unbekannten hinterließen laut der Initiative Neue Bremm Getränkeflaschen, Handtücher, Unterwäsche und andere Kleidungsstücke. Die Initiative sieht darin eine Missachtung der Würde des Erinnerungsortes und der Totenruhe.

Deshalb habe die Initiative Strafanzeige erstattet. "Das sind wir den knapp 20.000 Opfern und ihren Hinterbliebenen schuldig", erklärte der Historiker Burkhard Jellonek.

Gedenken an Häftlinge

Besucher der Gedenkfeier zur Erinnerung an hunderttausende ermordete Sinti und Roma-Häftlinge entdeckten am Sonntag der Initiative zufolge die Hinterlassenschaften.

Das Gestapo-Lager Neue Bremm war von 1943 bis Ende 1944 Durchgangslager der Nazis für Häftlinge aus ganz Europa.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "SR 3 - Kiosk" am 03.08.2020 berichtet.

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