Die SHG-Klinik Völklingen. (Foto: Imago/BeckerBredel)

Vorermittlungen gegen SHG-Verwaltungsdirektor

Thomas Gerber   26.02.2021 | 13:19 Uhr

Der Verstoß gegen die festgelegte Reihenfolge bei den Coronaimpfungen durch den Verwaltungsdirektor der Völklinger SHG hat möglicherweise strafrechtliche Folgen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem SR, dass sie ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet hat.

In dem Vorermittlungsverfahren werde nun geprüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliege, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Um welchen Straftatbestand es sich dabei handeln könnte, ließ sie zunächst offen.

In einem vergleichbaren Fall hatte die Staatsanwaltschaft Halle vor wenigen Tagen ein Verfahren gegen den dortigen Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) wegen des "Verdachts der veruntreuenden Unterschlagung von Impfstoff“ eingeleitet und eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Demnach dürften laut Priorisierung auch Impfstoffreste nur denjenigen zugutekommen, denen ein schwerer oder tödlicher Verlauf einer Covid-Erkrankung drohe.

Impfung Mitte Januar

Der Völklinger Verwaltungsdirektor war Mitte Januar im Rahmen einer Sonderaktion für besonders coronagefährdetes Klinikpersonal gemeinsam mit fünf weiteren Verwaltungsmitarbeitern geimpft worden. Die SHG hatte erklärt, dass es damals aufgrund der Kurzfristigkeit des Termins nicht möglich gewesen sei, eigentlich für die Impfung vorgesehenes Personal zu rekrutieren. Man habe den Termin aber nicht verfallen lassen wollen. Dieses Vorgehen soll der Verwaltungsdirektor nach Angaben des Gesundheitsministeriums inzwischen bedauert haben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.02.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja