Vorbereitung und Ernüchterung

Michael Schmitt/red  

Viele Menschen freuten sich über den Kriegseintritt von Deutschland. Für viele war der letzte Sieg gegen die Franzosen noch im Gedächtnis. Doch nach den ersten Auswirkungen des Krieges verschwand diese patriotische Jubelstimmung schnell in der Saargegend.

Als Deutschland Mitte 1914 in den Krieg eintrat, hatten viele an der Saar den erfolgreichen Krieg gegen Frankreich noch tief im Bewusstsein. Hinzu kam die Militarisierung der Region. Preußen hatte hierarchische Modelle in der Arbeitswelt und anderen Bereichen etabliert.

Zudem war das Bild eines Revanche suchenden Frankreichs nach dessen Niederlage 1870/71 entstanden. Vor diesem Hintergrund zogen die Menschen freiwillig und patriotisch in den Krieg. Die Saargegend wurde im Krieg zur wichtigen Waffenschmiede und zur Versorgungsregion für die nahe Front.

Ernüchterung nach Kriegsbeginn

Nachdem am 31.Juli 1914 der Kriegszustand für das Deutsche Reich erklärt worden war und die Mobilmachung begann, herrschte in der Bevölkerung zunächst eine patriotische Jubelstimmung vor. Diese verschwand in der Saargegend aber schnell. Zum einen war das Grauen des Krieges noch von der Schlacht bei Spichern 1870 bekannt, zum anderen zeigte der Krieg erste Auswirkungen. So versammelten sich vor den Sparkassen viele Menschen, um ihre Ersparnisse abzuheben. In Lebensmittelläden kam es zu Hamsterkäufen. Zudem kam der komplette zivile Bahnverkehr zum Erliegen.

Land & Leute
Militarisierung an der Saar
Schon lange Zeit bevor der Erste Weltkrieg begann, waren preußische Truppen im Saarrevier stationiert, obwohl eine große Ablehnung gegen sie herrschte. Aber Offiziere und andere militärische Würdenträger gehörten trotzdem bald zum alltäglichen Bild der Saarbrücker.

      

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