IPA-Urkunde mit Siegerfoto von Sebastian Voltmer (Foto: Sebastian Voltmer)

Saarländer gewinnt internationalen Fotopreis

  29.09.2019 | 09:22 Uhr

Der Saarländer Sebastian Voltmer ist mit dem Internationalen Fotografiepreis IPA in der Sparte Astrofotografie ausgezeichnet worden. Voltmers Engagement für den Sternenhimmel reicht aber noch weit über die Fotografie hinaus.

Stonehenge ist ein rätselhafter Ort. Ob die Erbauer die riesigen Steine für astronomische Berechnungen genutzt haben, ist zwar ungeklärt. Aber dass man mit ihnen faszinierende Bilder vom Sternenhimmel machen kann, beweist der Saarländer Sebastian Voltmer. Sein Foto von der Milchstraße, die in direkter Linie über den Megalithen von Stonehenge erstrahlt, ist sogar so gelungen, dass ihm die Jury der International Photography Awards (IPA) in der Kategorie Natur- und Astrofotografie, freie Arbeiten, den ersten Platz zusprach.

Am letzten Novembertag 2018 machte sich Sebastian Voltmer nach Stonehenge bei Amesbury in England auf. Er wusste, dass das Milchstraßenzentrum kurz nach Sonnenuntergang tief im Südwesten stehen würde. Die Entstehung seines Bildes schildert er so: "Typisch britische Wolken trübten zunächst den Blick. Doch zur blauen Stunde kamen mehr und mehr Sterne zum Vorschein. Das Sternbild Schütze, in dem das Milchstraßenzentrum liegt, stand nun genau hinter dem Weltkulturerbe. Nur für wenige Minuten ragte die Milchstraße scheinbar genau aus dem Steinkreis heraus, während sie mehr und mehr hinter dem Horizont verschwand." Diesen Moment mit seiner Kamera eingefangen zu haben, mache ihn sehr glücklich. Das Motiv verbinde das Naturerbe des Himmels mit dem Kulturerbe von Stonehenge.

Astrofotographie von Sebastian Voltmer

Engagement gegen Lichtverschmutzung

Sein Foto zeige aber noch etwas anderes, das früher so nicht zu sehen gewesen sei. "Die Steine heben sich nicht nur vor dem Sternenmeer der Milchstraße ab, sondern vor allem von dem Streulicht entfernter Lichtquellen von Ortschaften und Städten." Das deute auf ein Problem hin, das Voltmer als "DarkSky"-Aktivist umtreibt: das Verblassen der Sterne durch Lichtverschmutzung. Denn durch die Ausbreitung von Städten und Zivilisation wird in vielen Regionen der Himmel nicht mehr richtig dunkel. Das kann auch zu gesundheitlichen Problemen bei Menschen führen und negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen haben.

Darüber versucht Voltmer unter anderem in seiner saarländischen Heimat aufzuklären. Im Sankt Wendeler Land, in der auch die Sternwarte Peterberg liegt, setzt er sich gemeinsam mit Sternfreunden und den Gemeinden Nonnweiler und Nohfelden für gesundes Licht für Natur und Mensch ein. Als „SternenLand” klären sie über die Folgen von Lichtverschmutzung auf und zeigen, wie man Licht energieeffizient und umweltschonend lenkt.

Mit und ohne Teleskop will Sebastian Voltmer zudem den Besuchern des von ihm gegründeten Weltraum-Ateliers in Mosberg-Richweiler und am Bostalsee den Himmel näherbringen. Dort bieten er und seine Mitstreiter für Familien astronomische Kinderprogramme an. Dazu gehört auch ein 1,5 Tonnen schweres Apollo 13-Raumschiff, das für die Bewerbung des Kinofilms „Apollo 13” mit Tom Hanks erbaut wurde. Es steht in der Scheune des Weltraum-Ateliers und jeder darf im Cockpit Platz nehmen.

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