Ökosee Dillingen (Foto: Nadja Dominik/SR)

Vogelsterben im Dillinger Ökosee

Nadja Dominik / Onlinefassung: Kasia Hummel   22.10.2021 | 10:51 Uhr

Der Ökosee in Dillingen ist eines der wichtigsten Wasserschutzgebiete im ganzen Saarland. Zahlreiche Wasservögel leben hier und machen Rast auf dem Weg nach Süden. Seit ein paar Wochen gibt es nun ein rätselhaftes Vogelsterben. Naturschützer schlagen Alarm.

Ein früher Morgen am Ökosee: Die Sonne scheint, der Nebel wabert über das Gras. Vom Vogelturm am Westufer hat man einen phantastischen Blick auf die Vogelwelt und ihr Revier.

Doch der Schein trügt. Seit rund sechs Wochen werden immer wieder tote Vögel geborgen. Darunter auch solche, die auf der roten Liste stehen.

Landesamt für Umweltschutz eingeschaltet

Rätselhaftes Vogelsterben in Dillingen
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 22.10.2021, Länge: 03:15 Min.]
Rätselhaftes Vogelsterben in Dillingen

Mittlerweile sind es rund 80 tote Vögel, beklagt Ulrich Leyhe vom Nabu-Ortsverband Dillingen. Es sei die schlimmste Katastrophe seit Bestehen des Sees. So etwas habe es hier noch nie gegeben.

Natürlich sei die Behörde eingeschaltet worden, das Landesamt für Umweltschutz wisse um das Problem. Doch bisher sei nicht viel passiert, beklagt der Naturschützer. Im Gegenteil, er fühle sich eher hingehalten.

Kein Hinweis auf Geflügelpest

Nach Rücksprache mit einem Mitarbeiter des Landesamtes für Umweltschutz wurde versichert: "Man ist dran". Verendete Vögel wurden sogar zu Experten nach München zur Untersuchung geschickt.

Es wurde kein Hinweis auf Geflügelpest oder akute toxische Erreger gefunden. Auch Wasserproben würden zurzeit untersucht. Mehr könne man noch nicht sagen, die Ursachenforschung laufe. Da kämen wohl viele Faktoren zusammen, heißt es. Das befürchtet auch Leyhe.

Verunreinigtes Wasser ein Problem?

Wahrscheinlich spielt durch Exkremente verschmutztes Wasser eine Rolle und auch ein Bakterium, das die Vögel mit der Nahrung aufnehmen.

„Diese Bakterien produzieren ein Toxin. Das giftigste Toxin, das es überhaupt gibt. Es ist ein Nervengift, das extrem tödlich ist“, so Leyhe. Problem seien die vielen Kanada- und Nilgänse. Die würden die Oberfläche des Sees zu einer Kloake machen.

Leyhe fordert Runden Tisch

Da müsse etwas getan werden, sonst würden bald noch mehr bedrohte Tiere sterben, warnt der Naturschützer. Er ist von der Passivität der Behörden enttäuscht und wünscht sich schleunigst einen Runden Tisch, Vorschläge hätte er genug.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Sendung "Region am Mittag" vom 22.10.2021 berichtet.

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