ein Marathonläufer auf der Asphaltstrecke (Foto: Pixabay / SAM7682)

Virtual Run als Alternative für Läufer

Daniel Dresen   05.07.2020 | 08:41 Uhr

Die Coronavirus-Pandemie macht die meisten Großveranstaltungen bis Ende Oktober unmöglich. So mussten bereits zahlreiche Lauf-Events wie in Dillingen in diesem Jahr abgesagt werden. Der Saarbrücker Firmenlauf hingegen hat seine Veranstaltung in den Herbst verschoben. Für Läufer, die bis dahin nicht mehr warten wollen, gibt es Alternativen.

Monatelanges Training hinter sich, und dann die bittere Enttäuschung: Die coronabedingte Absage von Großveranstaltungen bis Ende Oktober verhagelt auch vielen Läufern im Saarland die Laune. Doch die Vorbereitung auf Laufwettbewerbe muss in diesem Jahr nicht komplett umsonst gewesen sein. Zahlreiche Anbieter veranstalten über das Internet sogenannte Virtual Runs.

Laufen für den guten Zweck

Einer von ihnen heißt Crowdlauf und sitzt in Straubing. In diesem Jahr bietet die Plattform beispielsweise zwischen dem 12. Juli und 6. Dezember sieben virtuelle Charity-Runs zugunsten der Berliner Kinderhilfe an. Dabei können die Kilometer gelaufen, geschwommen oder auf dem Rad zurückgelegt werden – im Fitnessstudio oder unter freiem Himmel. Um die zurückgelegte Distanz aufzuzeichnen, braucht es eine GPS-Uhr oder eine GPS-App. Als Erinnerungsstück gibt es eine Urkunde und eine virtuelle Medaille. Die Anmeldung kostet zehn Euro.

Als Ersatz für coronabedingt abgesagte Läufe gibt es noch den "Beyond Absage Virtual Run". Hierfür können sich Interessierte täglich anmelden. Die Anmeldegebühr beträgt fünf Euro. Die Läufer können ihre Distanz zwischen fünf und 100 Kilometern wählen. Es zählen bei diesem Wettbewerb nur gelaufene Kilometer. Nach eigenen Angaben kommen 75 Prozent des Jahresgewinns von Crowdlauf gemeinnützigen Projekten zugute.

Saarbrücker Firmenlauf plant zweigleisig

Auch die Organisatoren des Saarbrücker Firmenlaufs, der im vergangenen Jahr 2000 Läufer anzog, stellen teilweise auf Virtual Run um. Absagen, wie sie die Veranstalter des Dillinger Firmenlaufs und des Saarbrücker City Triathlons ausgesprochen haben, kommen für die Verantwortlichen des Saarbrücker Firmenlaufs erst einmal nicht infrage. Die Veranstaltung wurde bereits vom 21. August auf den 9. Oktober coronabedingt verschoben.

Aufgrund des dann noch geltenden Verbots von Großveranstaltungen gibt es von der Teilnehmerzahl her nur eine abgespeckte Version des 5,3 Kilometer langen Laufs durch die Landeshauptstadt, sodass Abstands- und Hygieneregeln bei dem Live-Event eingehalten werden können. Nach heutigem Stand dürften am Veranstaltungstag lediglich 1000 Teilnehmer an der Saarbrücker Congresshalle an den Start gehen.

Alle anderen Interessierten können zwischen dem 7. und 11. Oktober virtuell am Saarbrücker Firmenlauf teilnehmen. Dazu bedarf es einer Online-Anmeldung im Voraus. Für die Aufzeichnung der Laufleistung nutzen die Teilnehmer gewöhnliche Lauf-Apps und machen nach den 5,3 Kilometern einfach einen Screenshot. Diesen Nachweis über die erbrachte Leistung senden die Läufer bis einschließlich 11. Oktober per E-Mail an die Organisatoren.

"Wir hatten bereits im vergangenen Jahr den Virtual Run angeboten, damals war das aber für Läufer gedacht, die an diesem Tag nicht in Saarbrücken sein konnten", erklärt Organisator Ralf Niedermeier von der N Plus Sport GmbH. Durch die Corona-Pandemie habe der Virtual Run nun eine neue Bedeutung.

Auch St. Ingberter Solilauf virtuell

Zusammen mit einem Start-up arbeiten die Organisatoren derzeit an einer App, die den virtuellen Lauf durch Saarbrücken im Oktober überall auf der Welt per Smartphone zu einem Erlebnis machen soll. "Die App soll die Szenerie des Rennens live wiedergeben. Dabei gibt es Informationen zum Streckenverlauf und über die Platzierungen der Läufer", so Niedermeier.

Die Teilnahme am Firmenlauf in Saarbrücken kostet live wie auch virtuell 15 Euro plus Mehrwertsteuer. Vom Startgeld eines jeden Teilnehmers soll ein Euro an die Partnervereine TV Rußhütte und LSG Saarbrücken-Sulzbachtal sowie für die Corona-Nothilfe von Plan International Deutschland gespendet werden.

Auch der St. Ingberter Solilauf, der am 12. und 13. September stattfinden sollte, stellt auf Virtual Run um. Vom 11. bis 13. September soll dieser veranstaltet werden. Derzeit arbeitet das Organisationsteam noch an der technischen Umsetzung. Die Startgebühr beträgt zehn Euro. Der Solilauf unterstützt in diesem Jahr wegen der Corona-Krise den Kältebus Saarbrücken, der sich um Obdachlose kümmert.

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