Eine Frau blickt auf das Wahrzeichen des Saarlandes, die Saarschleife. (Foto: Imago Images/BeckerBredel)

Viele gebürtige Saarländer bleiben im Saarland wohnen

Daniel Dresen   10.01.2021 | 16:36 Uhr

Rund 73 Prozent aller Erwachsenen, die im Saarland geboren wurden, bleiben im Saarland wohnen. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung aus dem Jahr 2018 hervor. Damit belegt das Saarland im bundesweiten Vergleich Rang fünf.

Nur in den drei Flächenbundesländern Bayern (86 Prozent), Baden-Württemberg (83 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (83 Prozent) sowie in Hessen (78 Prozent) ist die Heimatverbundenheit noch etwas größer als im "kleinen" Saarland (73 Prozent). Zum Vergleich: Im Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz sind es nur rund 67 Prozent.

Nikola Sander vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist Expertin für Migration und Mobilität. Die Forschungsdirektorin hat eine Erklärung, warum so viele gebürtige Saarländerinnen und Saarländer "dehemm" bleiben: "Das Ausbildungs- und Arbeitsangebot in Saarbrücken und der Wohnungsmarkt in den umliegenden Kreisen spricht für einen Verbleib."

Rehlinger will mehr Saarländer

Die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD), freut sich über diese Statistik: "Wir Saarländerinnen und Saarländer sind heimatverbunden, lieben Landschaft und Leute und wenn es die berufliche Perspektive hergibt, bleiben wir bei unseren Wurzeln."

Die Ergebnisse einer im August 2020 veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Arbeitskammer besagen jedoch, dass berufliche Gründe nur eine untergeordnete Rolle für den Verbleib eines Saarländers in seiner Heimat spielen. Vor allem die regionale Verbundenheit sowie das private und familiäre Umfeld würden die Saarländerinnen und Saarländer in der Region halten.

Trotzdem verzeichnet das Saarland seit nun 26 Jahren einen Bevölkerungsrückgang. Diese Entwicklung wurde nur in den Jahren 2015 und 2016 in Folge der starken Flüchtlingsbewegung kurz unterbrochen. "Diesen Trend umzukehren, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für unser Land. Wir wollen wieder mehr als eine Million Saarländerinnen und Saarländer werden", sagt Rehlinger.

Teurer Wohnraum bewegt zum Umziehen

Wenn Saarländerinnen und Saarländer überhaupt umziehen, dann vor allem innerhalb des Saarlandes. "Die Umzüge zwischen den saarländischen Kreisen zeigen den bundesweiten Trend zur Suburbanisierung, den wir in den letzten Jahren zunehmend beobachten", sagt Migrationsforscherin Sander. Durch die zunehmende Stadtflucht habe zum Beispiel der Regionalverband Saarbrücken im Jahr 2018 Einwohner vor allem an den Landkreis Neunkirchen und den Saarpfalz-Kreis verloren. Bei den Abwanderungen spiele der günstigere Wohnraum in den umliegenden Kreisen eine große Rolle.

Falls ein Saarländer mal wegzieht, dann meist in eine Großstadt. In der näheren Umgebung sind Trier, Köln und Frankfurt beliebt. Wem das nicht weit genug ist, der geht nach Berlin. Der Abschied aus dem Saarland erfolgt häufig aus beruflichen Gründen, so die Expertin.

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