Termineintrag Bürgeramt (Foto: IMAGO / imagebroker)

Viele Bürgerämter bieten weiter Termine an

Rebecca Wehrmann   28.08.2022 | 13:30 Uhr

Auch ohne Coronabeschränkungen haben viele Bürgerämter ihr Terminsystem beibehalten. Hintergrund ist nach Angabe der Ämter das überwiegend positive Feedback der Kunden. Wer dringend einen Termin braucht, muss aber nicht mehr wochenlang warten, wie es zu Anfang der Coronkrise öfter der Fall war. Alle Ämter bieten Notfalllösungen.

Ohne Termine wäre es auf den Bürgerämtern in Zeiten von Corona nicht möglich gewesen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Denn dann hätte es immer wieder Stoßzeiten gegeben, in denen zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammen gekommen wären.

Alle Ämter im Saarland haben deshalb vor rund 2,5 Jahren umgestellt - auf Terminbuchung über Webseiten, telefonisch oder auch vor Ort. Mittlerweile gibt es keine Corona-Beschränkungen mehr, das Terminsystem ist aber bei vielen Bürgerämtern bestehen geblieben.

Notwendige Unterlagen fehlen seltener

Die Ämter begründen das mit einer besseren Planbarkeit und verkürzter oder sogar gar keiner Wartezeit für die Bürgerinnen und Bürger. „Es gibt im Grunde keine Wartezeiten mehr, die Einhaltung der Termine vor Ort funktioniert gut“, argumentiert die Stadt Saarbrücken.

Zudem ginge vieles auch schneller, da die Kunden im Vorfeld darüber informiert werden, welche Unterlagen für ihren Termin notwendig sind. Dadurch habe sich auch die Planbarkeit für die Mitarbeiter erhöht: „Es verhindert Termine in denen der Fall aufgrund fehlender Unterlagen nicht bearbeitet werden kann und der Kunde zweimal kommen muss. Das entlastet die Mitarbeiter von doppelter Arbeit“, sagt die Stadt Saarlouis.

Geringe Wartezeit und Terminauswahl

Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger rund um die Möglichkeit mit Termin zum Bürgeramt zu gehen ist nach eigenen Angaben überwiegend positiv – das gilt für die Ämter in allen Landkreisen des Saarlandes.

So habe sich Neunkirchen gerade wegen der Kunden weiter für Termine entschieden: „Wir haben von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern die Rückmeldung erhalten, dass sie die kurzen Wartezeiten schätzen. Daher haben wir die Möglichkeit aufrechterhalten.“

Auch in Homburg hat das Amt ähnliche Erfahrungen gemacht: "Die Bürger schätzen, dass man sich eine Zeit aussuchen könne und nicht lange in einer Schlange stehen müsse".

Unterschiedliche Warezeiten in den Landkreisen

Die Wartezeit auf einen Termin ist von Amt zu Amt unterschiedlich – sind aber eher gering, im Vergleich zu Beginn der Coronakrise. Während Bürger in Merzig oder Neunkirchen noch am selben oder für den kommenden Tag einen Termin bekommt, dauert es in St. Wendel nach Angaben des Pressesprechers Stephan Fandel durchschnittlich zwei bis vier Wochen.

In Saarlouis, Homburg oder auch St. Ingbert müssen Kunden einige Tage auf einen Termin warten, in der Regel sollte aber innerhalb von einer Woche eine Buchung möglich sein.

Die überwiegende Zahl der Ämter hat sich aber für ein Hybrid-System entschieden. Die Anwohner können also sowohl einen Termin buchen, als auch spontan vorbeikommen. Das gilt für Neunkirchen, Homburg, Saarlouis und auch Merzig. Man müsse ohne Termin aber mit einer entsprechenden Wartezeit vor Ort rechnen, das betonen alle Ämter.

Tagesaktuelle Notfalltermine

In Saarbrücken, St. Wendel und St. Ingbert brauchen die Kunden für fast alle Anliegen einen Termin – in Saarbrücken können Ausweise aber auch an einem Schnellschalter abgeholt werden. Wer nun aber dringend aufs Amt muss, kann einen Notfalltermin buchen. Für solche Angelegenheiten schaltet die Stadt Saarbrücken jeden Tag um 7.30 Uhr tagesaktuelle Termine und den kommenden Tag frei.

Auch St. Wendel schaltet morgens – hier allerdings erst ab 8.00 Uhr – Termine für denselben Tag frei. In St. Ingbert werden über das Buchungssystem online keine weiteren Termine angeboten, es gebe aber immer ausreichend Notfalltermine, so Pressesprecher Florian Jung.

Vieles geht online

Mittlerweile lassen sich aber auch viele Bürgeranliegen online erledigen, das Angebot in diesem Bereich wurde während der Pandemie erweitert. Was genau möglich ist, erfährt man über die jeweiligen Webseiten der Ämter.

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