Stromzähler (Foto: picture alliance/dpa/Arno Burgi)

Viele Beschwerden zu Voxenergie und Primastrom

Axel Wagner   03.05.2022 | 16:42 Uhr

Die Verbraucherzentralen verzeichnen nach eigenen Angaben seit Januar auffallend viele Beschwerden zu den beiden Stromanbietern Voxenergie und Primastrom, auch im Saarland. Moniert würden vor allem unrechtmäßige Preiserhöhungen, unzulässig erhöhte Abschläge und ein ignoriertes Sonderkündigungsrecht.

Seit Januar häufen sich die Beschwerden bei den Verbraucherzentralen über die beiden Stromanbieter Voxenergie und Primastrom. Wie die Verbraucherzentrale des Saarlandes auf SR-Anfrage mitteilte, sind allein im Saarland seit Jahresanfang zu den beiden Unternehmen 91 Beschwerden und Beratungsgespräche dokumentiert.

Anbieter ignorieren Vereinbarungen

Die tatsächliche Zahl der bei der Hotline aufgelaufenen Beschwerden dürfte noch höher liegen, da nach Angaben der Verbraucherzentrale nicht alle Fälle weiter dokumentiert werden. Bundesweit sind mehrere tausend Fälle bekannt.

Bei den Beschwerden geht es in der Regel darum, dass der vereinbarte Verbrauchspreis trotz Preisgarantie erhöht oder die monatliche Abschlagszahlung auf ein exorbitant hohes Niveau angehoben wurde. Auch das bestehende Sonderkündigungsrecht, das Kundinnen und Kunden bei Vertrags- oder Preisänderungen zusteht, werde immer wieder ignoriert, so die Verbraucherzentrale.

Verbraucherzentrale rät zu Verweigerung

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, unzulässig überhöhte Forderungen nicht zu bezahlen. Sie hat die Bundesnetzagentur über die Missstände informiert und um ein Einschreiten gebeten. Die Bundesnetzagentur prüft das Gebaren der beiden Anbieter derzeit.

Ob es sich beim Vorgehen der beiden Anbieter um Betrug oder ein anderweitig strafrechtlich relevantes Verhalten handelt, müsse von Strafermittlungsbehörden geklärt werden, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherzentralen.

Primastrom und Voxenergie gehören beide zum Berliner Unternehmen Primaholding. Beide stehen wegen ihres Geschäftsgebarens bereits seit Längerem bundesweit in der Kritik. So hatten die Unternehmen Medienberichten zufolge unter anderem in Berlin Ende vergangenen Jahres zahlreiche Stromverträge einseitig gekündigt.

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