Eine Haustür wird abgeschlossen (Foto: dpa/Britta Pedersen)

Verschlossene Eingangstüren können Fluchtweg versperren

  09.11.2019 | 09:26 Uhr

Der Verband der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland warnt Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die Eingangstüren nachts abzuschließen. Dadurch könnten bei einem Brand Fluchtwege versperrt werden.

Manche Hausordnungen von Mehrfamilienhäusern schreiben offenbar noch vor, die Haustüren zwischen 22.00 und 6.00 Uhr abzuschließen, berichtet der Verband der Immobilienverwalter. Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in der dunklen Jahreszeit steige, suggeriere eine von innen verschlossene Tür nur scheinbar Sicherheit: Bei einem Brand sei die Haustür oft der einzige Fluchtweg ins Freie.

In Notsituationen denke kaum ein Bewohner daran, den Schlüssel mitzunehmen. Zudem schränke Rauch oft die Sicht ein. „So wird eine verschlossene Tür schnell zu einer tödlichen Falle. Der Schutz vor Einbrechern darf nicht auf Kosten des Fluchtweges gehen“, sagt Angelika Neubauer vom Verband der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland.

Versicherungsschutz besteht auch ohne Abschließen

Sobald sich die Bewohner in ihrer Wohnung befinden, sollten die Haustüren aus Sicherheitsgründen nicht von innen verschlossen werden, warnt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Wichtig für den Versicherungsschutz sei nur, die Wohnungstüren von außen zu verschließen, wenn die Bewohner das Haus verlassen.

Das gelte allerdings nur für die eigene Wohnungstür, nicht für die Haustür des gesamten Mehrfamilienhauses. Dort gebe es keine Verpflichtung, die Tür abzuschließen, damit die Versicherung im Einbruchsfall greife.

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