Die Leuchtschrift eines Polizeifahrzeugs warnt vor einer Unfallstelle (Foto: picture alliance/dpa | Stefan Puchner)

Weniger Verkehrstote durch Pandemie

  11.03.2021 | 13:14 Uhr

Die Zahl der Verkehrstoten ist im Saarland auf einen neuen Tiefststand gesunken. 2020 starben auf den saarländischen Straßen 21 Menschen. Die Statistiker führen den Rückgang vor allem auf die Corona-Pandemie zurück. Allerdings wurden mehr Tote bei Unfällen mit E-Bikes gezählt.

Studiogespräch zur saarländischen Unfallstatistik 2020
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Markus Person, 11.03.2021, Länge: 03:06 Min.]
Studiogespräch zur saarländischen Unfallstatistik 2020

Bundesweit und im Saarland haben sich im vergangenen Jahr deutlich weniger Unfälle ereignet als 2019. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik hervor. Als Hauptgrund für den Rückgang wird die Corona-Pandemie angeführt. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die vermehrte Heimarbeit, die Veränderung des Freizeitverhaltens sowie der reduzierte Reiseverkehr hätten eine große Rolle gespielt, teilte das saarländische Innenministerium mit.

21 Verkehrstote im Saarland

Im Saarland registrierte die Polizei insgesamt 29.059 Verkehrsunfälle, ein Jahr zuvor waren es noch über 35.000 gewesen. Den Angaben zufolge kamen im vergangenen Jahr 21 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der positive Trend setzt sich also fort, denn die Zahl der Verkehrstoten sinkt seit Jahren deutlich. Wurden 1970 im Saarland noch 299 Verkehrstote gezählt, waren es im Jahr 2018 insgesamt 35, ein Jahr später waren es noch 25.


Hauptursache: Zu schnelles Fahren

Auf Straßen außerorts sowie Autobahnen ist die Hauptursache von Unfällen mit Verletzten zu schnelles Fahren. Jeder dritte im saarländischen Straßenverkehr tödlich verunglückte Mensch ist im vergangenen Jahr auf zu schnelles Fahren zurückzuführen gewesen.

Mehr E-Bike-Fahrer gestorben

Negative Entwicklungen gab es aber beim Fahrradverkehr: Sieben Menschen starben im Saarland nach einem Fahrradunfall, darunter vier Fahrer von E-Bikes. 2019 waren es noch zwei Tote gewesen. Außerdem gab es mehr Schwerverletzte und mehr Leichtverletzte im Fahrradverkehr. Auffällig ist nach Angaben des Ministeriums, dass vier von insgesamt sieben tödlich verunglückten Radfahrenden keinen Fahrradhelm trugen.

Stark gestiegen ist auch die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen E-Bikes beteiligt waren. So registrierte die saarländische Polizei 127 Unfälle mit Beteiligung von E-Bikes (2019: 87). Auch die Zahl der Verletzten ist stark gestiegen: Von 77 auf jetzt 119. Auch gab es vier Tote.

Bundesweit ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Die Zahl der tödlich verunglückten Fahrradfahrer geht prinzipiell zuirück - allerdings nur bei den Fahrrädern ohne Motor. Bei den E-Bike-Fahrern wurden deutlich mehr Tote gemeldet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.03.2021 berichtet.

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