Symbolbild: Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur (Foto: picture alliance / Marijan Murat / dpa)

Corona-Zulagen sorgen an Uni-Klinik für Streit

Steffani Balle   17.08.2020 | 18:37 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Uniklinik Homburg Tarifbruch während der Corona-Pandemie vor. Den Pflegekräften des Krankenhauses seien Zulagen aberkannt und schon ausgezahlte Prämien wieder einbehalten worden. Die Klinik-Leitung wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Verdi kritisiert, dass eine Zulage von 50 Euro ohne Begründung einbehalten und bereits ausgezahlte Prämien für das Einspringen aus dem Frei zurückgerechnet wurden. Außerdem sei eine versprochene Zulage für den anstrengenden Job im intensivmedizinischen Bereich mit der Begründung gestrichen worden, dass die Dienste nicht rund um die Uhr erbracht werden mussten.

Die Gewerkschaft sieht darin eine "mangelnde Wertschätzung der Beschäftigten" seitens der Personalabteilung. "Die Zeit des Beifallklatschens scheint vorbei. Jetzt erinnern sich manche Arbeitgeber nicht mehr an ihre Versprechen während der Anfangstage der Corona-Pandemie. Die Uniklinik des Saarlandes schreckt noch nicht einmal vor Tarifbruch zurück", kritisiert Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter bei Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland.

Klinik wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Leitung der Uniklinik weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Rückrechnung von Prämien sei vorläufig erfolgt, weil sie vom Dienstplanenden nicht begründet worden seien. Jetzt solle der Einzelfall geprüft werden.

Die Wertschätzung für die anstrengende Arbeit im intensivmedizinischen Bereich sei durch eine Zulage ausgedrückt worden: So hätten die Beschäftigten für eine Sechs-Stunden-Schicht den Lohn einer Siebeneinhalb-Stunden-Schicht bekommen, inklusive bezahlter 30 Minuten Pause, die es sonst nicht gebe.

Vor einer so herben Kritik hätte man sich das Gespräch mit der Gewerkschaft gewünscht, so die Leitung der Uniklinik in einer schriftlichen Stellungnahme.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 17.08.2020 berichtet.

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