Elektroauto wird geladen (Foto: SR)

Forderung nach Investitionen in Batterie-Recycling

Karin Mayer   03.05.2021 | 16:47 Uhr

Der Verband "Autoregion" fordert, dass das Saarland in Batterie-Recycling-Technologie investiert. Das sei eine sinnvolle Ergänzung zu der vom chinesischen Unternehmen SVolt geplanten Batteriefabrik in Überherrn. Die Technologie ist aber noch nicht ausgereift.

Immer mehr Elektroautos kommen auf die Straße und die Autoindustrie investiert in Batteriefabriken. Volkswagen will sechs Fabriken bauen, die Automobilholding Stellantis investiert in Kaiserslautern und im Saarland will das chinesische Unternehmen SVolt eine Batteriefabrik bauen.

Wertvolle Rohstoffe

Fünf bis zehn Jahre kann eine Lithium-Ionen-Batterie ein Elektroauto mit Strom versorgen. Danach kann sie vielleicht noch eine Zeit lang als Stromspeicher dienen, aber dann sollte die Batterie recycelt werden, findet Armin Gehl vom Verband "Autoregion". „Da sind sehr viele teure Rohstoffe drin, die teilweise jetzt noch unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt oder gewonnen werden.“

Nickel, Kobalt, Lithium, seltene Erden - wegen diesen wertvollen Rohstoffen lohne sich Batterierecycling. Der Vorschlag des Verbandes: Eine neue Recycling-Gesellschaft gegründet von den saarländischen Entsorgern mit Beteiligung des Landes. In China gebe es bereits große Recycling-Anlagen, sagt Gehl.

Kompliziert und teuer

Batterierecycling ist allerdings energieaufwändig und kompliziert, weiß Prof. Volker Presser vom Institut für Neue Materialien in Saarbrücken. Was dabei herauskomme, sei je nach Verfahren teuer und trotzdem nur teilweise wiederverwertbar, etwa für Batterien mit geringerer Leistung. „Wenn der Preis steigt, dann lohnen sich Recycling-Prozesse. Fällt der Preis, ist es leider günstiger, das Rohmaterial frisch einzukaufen.“

Armin Gehl vom Verband "Aurtoregion" drängt trotzdem zum Einstieg in das neue Geschäftsfeld. Wenn im Saarland eine Batteriefabrik angesiedelt wird, könne die Recycling-Technologie das Angebot ergänzen. „Das ist eine Investition, die jetzt getätigt werden muss, die sich aber erst in zehn Jahren anfängt zu rechnen.“

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 03.05.2021.

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