Eine Bewohnerin eines Altenpflegeheimes steht mit ihrem Rollator im Flur (Foto: picture alliance / dpa | Jens Kalaene)

VdK kritisiert hohen Eigenanteil bei Pflegeheimkosten

  01.05.2021 | 10:03 Uhr

Der Sozialverband VdK Saarland fordert eine Reform der Pflegeversicherung, in der der Eigenanteil der Pflegebedürftigen in Heimen gesetzlich begrenzt wird. Dieser sei aktuell mit knapp 2400 Euro monatlich viel zu hoch. Durch die hohen monatlichen Kosten wird laut VdK die Hälfte der Heimbewohner zum Sozialfall.

Im bundesweiten Vergleich liege der Eigenanteil an den Pflegeheimkosten im Saarland an dritthöchster Stelle und knapp 300 Euro über dem Bundesschnitt von 2068 Euro – ohne Ausbildungskosten, die im jeden Bundesland unterschiedlich finanziert werden. Im Saarland betragen sie aktuell 209 Euro.

Steigerung um neun Prozent

In den vergangenen zwei Jahren stieg die durchschnittliche monatliche Belastung saarländischer Pflegeheim-Bewohnerinnen und -Bewohner demnach um mehr als neun Prozent. Besonders stark habe sich der Eigenanteil an den Pflegekosten verteuert - um knapp 14 Prozent auf fast 1000 Euro. Das liege unter anderem am hohen Personalschlüssel im Saarland.

"Es ist im Interesse der Gepflegten, dass das Personal gut bezahlt wird. Eine Steigerung der Löhne ist unvermeidbar, da wir sonst den Fachkräftemangel in der Altenpflege nicht in den Griff bekommen werden“, sagte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

Hohe Investitionskosten

Ein weiterer Grund für den hohen Eigenanteil im Saarland seien die hohen Kosten bei Unterkunft und Verpflegung. Sie stiegen im Vergleich zu 2019 um vier Prozent. Bei den Investitionskosten betrug die Steigerung 1,5 Prozent, der Eigenanteil liegt 2021 im Durchschnitt bei 512 Euro im Monat (Bund: 458 Euro).

Die Kosten seien höher als im Bund, da aufgrund älterer Bausubstanz im Saarland höhere Kosten für Sanierung oder Neubauten fällig würden, so der VdK.

Forderung nach Reform

Der Sozialverband fordert deshalb eine Gesamtreform der Pflegeversicherung, in der der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gesetzlich begrenzt wird. Die Pflegeversicherung müsse alle finanziellen Risiken übernehmen, statt nur einen Zuschuss zu den Pflegekosten zu leisten. "Als Eigenanteil sollten Pflegebedürftige nur die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen müssen", so Lang.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der VdK diese Forderung an die Politik gestellt.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja