Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

34-Jähriger wegen Kriegsverbrechen verurteilt

  13.02.2020 | 12:45 Uhr

Das Koblenzer Oberlandesgericht hat am Donnerstag einen 34-Jährigen aus Saarbrücken zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Dem Syrer werden unter anderem Kriegsverbrechen vorgeworfen. Er soll während des Bürgerkriegs auf einem Foto mit dem abgetrennten Kopf eines Soldaten der syrischen Armee posiert haben.

Der Mann hatte sich laut Koblenzer Oberlandesgericht 2013 dem bewaffneten Widerstand gegen die syrische Regierung angeschlossen. Dort soll er dann mit dem Kopf eines Soldaten für ein Foto posiert haben. Der Angeklagte hatte gestanden, auf dem Foto zu sehen zu sein. Allerdings habe er den Kopf unter Trümmern gefunden. Dafür dass der Angeklagte den Kopf selbst abgetrennt haben oder unmittelbar daran beteiligt gewesen sein könnte, gibt es laut Gericht keine Anhaltspunkte.

Vorherige Gefängnisstrafe beeinflusst Strafmaß

Für das Kriegsverbrechen hat das Oberlandesgericht den 34-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Berücksichtigt wurde auch eine frühere Strafe aus einem anderen Verfahren im Saarland. Dort war er 2018 vom Amtsgericht Saarbrücken wegen Drogenhandels und Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Gericht kommt deshalb zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Weder die Verteidigung noch die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz kündigten jedoch eine Revision an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.02.2020 berichtet.

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