Eine Justitia-Statue (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Vier Jahre Haft für "Robin Hood der Kleinanleger"

Thomas Gerber   04.03.2020 | 12:14 Uhr

Der bundesweit als Robin Hood der Kleinanleger bekannte Ottweiler Wirtschaftsdetektiv Medard Fuchsgruber ist zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 55-Jährigen der Urkundenfälschung und Untreue in 195 Fällen schuldig.

Der Haftbefehl gegen den 55-Jährigen wurde außer Vollzug gesetzt – Fuchsgruber verließ das Gericht Mittwochvormittag als freier Mann. Grundlage des Urteils war ein Deal, eine Verständigung im Strafprozess. Fuchsgruber legte ein Geständnis ab, im Gegenzug bekam er trotz des hohen Schadens von einer knappen Million Euro eine relativ milde Strafe und wurde auf freien Fuß gesetzt.

Video [aktueller bericht, 04.03.2020, Länge: 2:15 Min.]
Wirtschaftsdetektiv Fuchsgruber verurteilt

Als Robin Hood der Kleinanleger hatte er über Jahre bundesweites Renommee genossen, hatte Sparern, die Finanzhaien auf den Leim gegangen waren, geholfen, wieder an ihr Geld zu kommen. 2013 geriet Fuchsgruber dann aber in finanzielle Nöte und infolgedessen selbst auf die schiefe Bahn.

Vier Jahre Haft für „Robin Hood der Kleinanleger“
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 04.03.2020, Länge: 01:05 Min.]
Vier Jahre Haft für „Robin Hood der Kleinanleger“

Geld, das er für Anleger eines Hochrisikofonds bei einer Augsburger Bank erstritten hatte, kehrte er nicht komplett aus. Statt der vereinbarten 7 Prozent Provision behielt er 50 Prozent ein – Schaden allein in diesem Fall 600.000 Euro. Fuchsgrubers Verteidiger verwies in seinem Plädoyer darauf, dass sein Mandant zur fraglichen Zeit schwer erkrankt gewesen sei und nicht aus Gewinnsucht gehandelt habe – er habe er nicht die Seiten gewechselt, sondern lediglich die Kontrolle verloren. Am Ende sei sein Lebenstraum zerplatzt. Sein Mandant stehe vor einem Scherbenhaufen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.03.2020 berichtet.

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