Raserunfall in Saarwellingen, 2017 (Foto: picture alliance / Simon Mario Avenia/dpa | Simon Mario Avenia)

Saarwellinger Raser wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

  29.06.2021 | 14:15 Uhr

Im Prozess gegen den Raser von Saarwellingen hat das Landgericht den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt. Zudem entzog das Gericht dem Angeklagten den Führerschein.

Der Angeklagte war am 23. August 2017 im Feierabendverkehr mit seinem Golf durch Saarwellingen gerast - mit mehr als 130 Stundenkilometern. Er rammte in der Saarwellinger Bahnhofstraße einen Kleinwagen. Eine 43-Jährige und ihre 12-jährige Tochter starben.

Video [aktueller bericht, 29.06.2021, Länge: 2:50 Min.]
Raser von Saarwellingen zu dreijähriger Freiheitsstrafe verurteilt

Staatsanwaltschaft rückte von Mordvorwurf ab

Die Staatsanwaltschaft hatte den Unfallfahrer zunächst wegen zweifachen heimtückischen Mordes angeklagt, war dann aber im Laufe des Prozesses vom Mordvorwurf abgerückt und hatte in ihrem Plädoyer lediglich zwei Jahre auf Bewährung beantragt. Dieses Strafmaß erschien dem Gericht offenbar zu milde, es blieb mit seinem Urteil über der Bewährungsgrenze von zwei Jahren.

Die Ankläger warfen dem 26-Jährigen auch vor, am Steuer über sein Smartphone noch mit einer Bekannten gechattet zu haben. Allerdings waren die Nachrichten auf den Smartphones gelöscht worden. Ob der Angeklagte also wirklich gechattet hatte, konnte vor Gericht nicht geklärt werden.

Urteil im Prozess nach Todesfahrt
Audio [SR 3, (c) SR, 29.06.2021, Länge: 01:02 Min.]
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Epilepsie als Auslöser?

Offen blieb auch die Frage, ob ein epileptischer Anfall den Unfall ausgelöst hat. Bei dem 26-Jährigen war im Jugendalter eine besondere Form der Epilepsie diagnostiziert worden. Ein vom Gericht bestellter Gutachter sagte im Prozess, es sei sehr gut möglich, dass ein epileptischer Anfall zu dem tödlichen Unfall führte.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau 29.06.2021 berichtet.

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