Das Strafgesetzbuch liegt auf einer Akte. (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Opfer in die Saar geworfen: Sieben Jahre Haft

Thomas Gerber   14.11.2018 | 12:44 Uhr

Im Totschlagsprozess gegen einen 18-Jährigen hat das Landgericht den Angeklagten zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Die Jugendkammer hielt ihn für schuldig, einen 16-Jährigen Ende April am Saarbrücker Saarufer zunächst bewusstlos geschlagen und sein Opfer dann in die Saar geschleift zu haben. Der 16-Jährige ertrank.

"Der Täter hat keine Reue gezeigt"
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"Der Täter hat keine Reue gezeigt"
Am Mittwoch hat das Landgericht das Urteil gefällt: Der 18-Jährige Täter muss sieben Jahre ins Gefängnis. Darüber spricht Moderatorin Nadine Thielen mit SR-Reporter Thomas Gerber.

Mit ihrem Urteil ist die Jugendkammer über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausgegangen, die sechseinhalb Jahre beantragt hatte. Die Schwere der Schuld aber, so das Gericht, mache die langjährige Freiheitsstrafe erforderlich – trotz des grundsätzlich geltenden Erziehungsgedankens des Jugendstrafrechts.

Strafverschärfend für den Angeklagten wirkte sich unter anderem aus, dass er kein Geständnis abgelegt, während des Prozesses beharrlich geschwiegen und sich auch bei der Mutter des Opfers nicht entschuldigt hatte. Zu Beginn der mündlichen Urteilsverkündung zitierte der vorsitzende Richter aus einem Brief, den der Angeklagte aus der JVA heraus an seine Mutter geschrieben hatte. Darin habe er keinerlei Reue erkennen lassen, sondern seine Tat teilweise gar gerechtfertigt.

Opfer in die Saar geworfen: Sieben Jahre Haft
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 14.11.2018, Länge: 00:28 Min.]
Opfer in die Saar geworfen: Sieben Jahre Haft

Anwalt kündigt Revision an

Als er dann sein Opfer ins Wasser geworfen habe, so das Gericht, habe der Angeklagte noch „Scheiß Araber!“ gerufen – auch das wirkte sich strafverschärfend aus. Der Verteidiger des 18-Jährigen kündigte Revision an. Er hatte in seinem Plädoyer die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge gewertet und eine Bewährungsstrafe beantragt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 14.11.2018 berichtet.

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