Die Ensdorfer Feuerwehr im Einsatz beim Brand in der Saarstraße (Foto: Rolf Ruppenthal)

14 Jahre Haft für Brandstifter

Thomas Gerber / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   07.09.2018 | 15:02 Uhr

Im Prozess um den Brand in Ensdorf, bei dem ein 71-Jähriger ums Leben kam, ist der Angeklagte am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt worden. Gleichzeitig ordnete das Landgericht an, dass der 43-Jährige eine Entziehungskur machen muss. Die Verteidigung kündigte gegen das Urteil Revision an.

Die angeordnete Entziehungskur kann der Verurteilte allerdings frühesten nach fünf Jahren verbüßter Haft beginnen. Ist die Therapie erfolgreich, könnte er nach sieben Jahren aufgrund der sogenannten Halbstrafenregelung wieder auf freien Fuß kommen.

Das Gericht sprach den alkohol- und drogenabhängigen Mann der Brandstiftung mit Todesfolge schuldig. Um Spuren eines zuvor verübten Wohnungseinbruches zu verwischen, habe er am 11. Januar in einer Wohnung des Appartementhauses in der Ensdorfer Saarstraße Feuer gelegt. Ein 71-Jähriger, der über dieser Wohnung lebte, kam durch eine Kohlenmonoxyd-Vergiftung ums Leben.

Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haftstrafe

Der Verteidiger des 43-Jährigen hatte auf Freispruch plädiert. Ein technischer Defekt als mögliche Brandursache sei nicht auszuschließen. Das Gericht sah es aufgrund zahlreicher Indizien und Zeugenaussagen jedoch als erwiesen an, dass der 43-Jährige das Feuer gelegt hatte. So waren bei ihm zahlreiche Elektronikgeräte sowie Modellflugzeuge gefunden worden, die dem Inhaber der Brandwohnung gehört hatten.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der Mann sei erheblich vorbestraft und bereits wegen eines Versuchten Mordes an einer Boutiquebesitzerin verurteilt worden. Das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte Revision an.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 07.09.2018 berichtet.

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