Der angeklagte Pathologe neben seinem Rechtsanwalt im Gerichtssal (Foto: BeckerBredel)

Pathologe nach Fehl-Diagnosen zu Haftstrafe verurteilt

mit Informationen von Barbara Spitzer   19.07.2022 | 15:40 Uhr

Ein Pathologe hatte in St. Ingbert falsche Krebsdiagnosen gestellt, mit erheblichen Folgen für die Patienten. Das Landgericht in Saarbrücken hat ihn jetzt zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Nach falsch gestellten Krebsdiagnosen hatten sich Patienten eines St. Ingberter Pathologen nicht notwendigen Behandlungen unterzogen, darunter Operationen und Chemotherapien. Mindestens ein Patient starb danach in Folge einer Sepsis nach einer unnötigen Darmoperation.

Video [aktueller bericht, 19.07.2022, Länge: 2:21 Min.]
Pathologe nach Fehl-Diagnosen zu Haftstrafe verurteilt

Die Staatsanwaltschaft hatte dem heute 63-jährigen Pathologen deshalb unter anderem gefährliche und schwere Körperverletzung, in zwei Fällen versuchten Totschlag sowie in einem Fall Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Sie hatte auf 8,5 Jahre Haft plädiert.

Zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt

Das Landgericht Saarbrücken verurteilte den Mann jetzt zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Das Schwurgericht sprach Thomas H. der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der vorsätzlichen schweren Körperverletzung schuldig. Zudem wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

2020 war der Pathologe schon einmal verurteilt worden. Der Arzt hatte nach Auffassung des Gerichts Fachärzte bestochen, um viele Aufträge zu erhalten. Daneben soll er Abrechnungsbetrug in Höhe von 2,6 Millionen Euro begangen haben.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.07.2022 berichtet.

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