Nazi-Denkmal im Bitcherland (Foto: Copyright Le Républicain Lorrain)

Strafe für Aufsteller des Nazi-Denkmals im Bitcher Land

mit Informationen von Marc-André Kruppa/Onlinefassung Anja Geis   25.03.2020 | 11:06 Uhr

In Saargemünd ist das Urteil gegen einen Mann aus Püttlingen gefallen, der vor zwei Jahren im Département Moselle einen Nazi-Gedenkstein aufgestellt haben soll. Das französische Gericht verurteilte den 36-Jährigen zu 18 Monaten Gefängnis, davon neun auf Bewährung.

Die Richter folgten mit dem Urteil im Wesentlichen den Empfehlungen der Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf gegen den 36-Jährigen aus Püttlingen lautet: Rechtfertigung von Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der Mann war den Behörden bereits als Neonazi bekannt und wurde einer rechtsextremen Vereinigung zugerechnet. 

Sein Anwalt hat in der französischen Presse angekündigt, in Berufung zu gehen. Der Prozess und die Anhörungen seien wegen der aktuellen Corona-Krise zu stark begrenzt gewesen, um ein aussagekräftiges Urteil zu fällen.

Entdeckung sorgte für Welle der Empörung in Frankreich

Vor zwei Jahren war die Stele im französischen Bitcher Land von Spaziergängern entdeckt worden. Auf dem Stein stand die Inschrift: „Zu Ehren den Gefallenen der 17. SS-Panzergrenadier-Division - Drauf, dran und durch“ was sinngemäß bedeutet „Ran an den Feind, drauf auf den Feind, hinweg über den Feind“. In ganz Frankreich hatte die Entdeckung des Nazi-Denkmals eine Welle der Empörung ausgelöst, da gerade diese Division wegen ihrer Kriegsverbrechen in Frankreich berüchtigt ist.

Das Denkmal stand nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft auf dem Grundstück des Püttlingers, der nun verurteilt wurde. Der Stein war damals umgehend von der französischen Gendarmerie entfernt worden.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja