Neu gestaltete Esplanade in Petite-Rosselle (Foto: SR)

Lothringer Bergleute hoffen auf Kassationshof

Magnus Neuschwander   18.12.2018 | 08:03 Uhr

723 Bergleute aus Forbach wollen Entschädigung. Entschädigung dafür, dass ihr Arbeitgeber sie unter Tage lange Jahre gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt hatte. Jetzt haben sie Angst, dadurch krank zu werden. Das höchste französische Gericht entscheidet heute, ob und wenn ja, wie viel Entschädigung den Arbeitern zusteht.

15.000 Euro verlangt jeder der Bergleute - zusätzlich die Anerkennung des ehemaligen Grubenbetreibers "Charbonnages de France", dass die Kläger tatsächlich bei der Arbeit krebserregenden Stoffen ausgesetzt waren. Am Kassationshof in Paris geht es dabei nach Angaben der Zeitung "Républicain Lorrain" nicht mehr um konkrete Beweise, sondern um eventuelle Rechtsfehler in früheren Urteilen.

Denn die Klage der Bergleute hat bereits eine lange Geschichte: Im Juni 2016 hatte das Arbeitsgericht in Forbach den Klägern Recht gegeben. Sie seien schädlichem Staub und der Chemikalie Formalin ausgesetzt gewesen. Jeder Kläger sollte demnach 1000 Euro bekommen. Die meisten Kumpel aber legten Berufung ein - die Summe war ihnen zu niedrig. Das Berufungsgericht in Metz kippte schließlich im Mai 2017 das Urteil und erkannte den Schaden der Bergleute nicht an.

Das vorerst letzte Wort hat nun der Kassationshof. Weisen die Pariser Richter das Urteil aus Metz zurück, geht der Streit in eine weitere Runde.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 18.12.2018 berichtet.

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