Lupe mit Corona Testergebnis (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)

"Ein manipuliertes Datum ist Urkundenfälschung"

Melina Miller   22.04.2021 | 06:30 Uhr

Im Saarland ist in einigen Fällen offenbar das Erstelldatum bei negativen Coronatestergebnissen nachträglich manipuliert worden. Das Gesundheitsministerium will das langfristig verhindern, indem die Übermittlungsweisen angepasst werden.

Fälle von Datumsfälschung beim Corona-Testergebnis
Audio [SR 3, Studiogespräch: Janek Böffel / Melina Miller, 22.04.2021, Länge: 02:26 Min.]
Fälle von Datumsfälschung beim Corona-Testergebnis

In einigen Testzentren werden die Testergebnisse in Form einer PDF-Datei per E-Mail verschickt, in denen teilweise das Ausstellungsdatum im Nachhinein verändert und damit gefälscht werden konnte. Geschehen ist dies offenbar unter anderem mit Dokumenten, die im Testzentrum in der "Garage" in Saarbrücken ausgestellt wurden.

Um die Übermittlung so sicher wie möglich zu machen, seien die PDF-Dateien schreib- und passwortgeschützt, sagte Heiko Renno, Mitinhaber der First Choice GmbH, die das Zentrum betreibt. "Grundsätzlich ist an der Übermittlung der Testergebnisse per PDF-Datei nichts auszusetzen. Mit dem entsprechenden Know-how und krimineller Energie kann man aber jedes Onlinedokument fälschen", so Renno. Das gelte auch für andere Übermittlungsarten. Deshalb appellierte er an die Eigenverantwortung der Menschen.

Rechtlich: Urkundenfälschung

Dem Gesundheitsministerium sei das Problem bekannt, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Sie betonte, dass es sich um Urkundenfälschung handle, wenn Daten an dem Testdokument verändert würden. Damit solche Manipulationen in Zukunft gar nicht erst möglich seien, solle die Ergebnisübermittlung langfristig nur noch rein digital ablaufen. Also zum Beispiel direkt innerhalb des Textes einer Mail oder über andere technische Lösungen wie eine App.

Zum Start sollte es für Bürgerinnen und Bürger aber so niedrigschwellig wie möglich sein. Deshalb seien die Vorgaben für die knapp 400 Testangebote noch nicht einheitlich geregelt. Bisher ist die Übermittlung zum Beispiel auch per SMS, einem QR-Code, der gescannt werden muss oder über das Aushändigen des Ergebnisses in Papierform möglich.

Schnelltests nur zeitlich begrenzt sinnvoll

Zusätzlich zu dem strafrechtlichen Aspekt rief auch das Ministerium dazu auf, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst eine Verantwortung tragen. "Die Schnelltests sind nur zeitlich begrenzt aussagekräftig - deshalb muss das Ergebnis aktuell sein, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen", betonte die Sprecherin.

Wer sich nicht an die Regeln halte, begehe nicht nur eine Straftat, sondern gehe auch verantwortungslos mit einem möglichen Infektionsrisiko für andere um.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 22.04.2021 berichtet.

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