Foto: Johann Franz

Großes Interesse an Starkregen-Konzept

Steffani Balle   31.05.2019 | 07:30 Uhr

Der Starkregen, der vor einem Jahr ganze Straßenzüge verwüstete, Autos wie Spielzeug durch die Gegend schubste und Häuser bis zum ersten Stock flutete, hat die Politik wach gerüttelt. Inzwischen ist ein Starkregen-Konzept entwickelt worden und wird auf Wunsch jeder Kommune im Saarland mit 80 Prozent bezuschusst.

Unwetterschäden: Finanzhilfen insgesamt 40 Mal ausgezahlt
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 31.05.2019, Länge: 02:58 Min.]
Unwetterschäden: Finanzhilfen insgesamt 40 Mal ausgezahlt

Ein Modellprojekt startete in Eppelborn, Sulzbach und Wadern: Für die drei Kommunen, die die größten Schäden beim Unwetter erlitten hatten, wurde ein Starkregenvorsorge-Konzept entwickelt - zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse mit Starkregen-Gefahrenkarte und Gefährdungsanalyse. Mittlerweile gibt es das auch für Friedrichsthal, Riegelsberg und Saarbrücken. In Kleinblittersdorf läuft noch die Bürgerbeteiligung für die Fertigstellung des Konzepts.

Großes Interesse an Starkregenvorsorge

Den Antrag auf Zuschuss bereiten zurzeit St. Wendel, St. Ingbert, Dillingen und Blieskastel vor, um dann mit der Konzeption zu starten. Interesse haben auch Nonnweiler, Perl, Püttlingen und Merzig. Insgesamt sind also 15 von 52 Saar-Kommunen aktiv geworden. Offiziell heißt es aus dem Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz, keine Kommune hätte bislang Desinteresse an der Starkregenvorsorge bekundet.

Kritische Stimmen

Kritische Stimmen in einigen Orten warnten vor der Starkregen-Gefährdungs-Karte: Dadurch könnten ganze Ortsteile abgewertet, die dort stehenden Häuser als nichts mehr wert abgestempelt werden.

Unwetter
Dossier: Unwetter im Saarland
In der Nacht zum 1. Juni hat ein Unwetter Millionenschäden in mehreren saarländischen Orten angerichtet. Betroffen waren vor allem Kleinblittersdorf, Bliesransbach und Bübingen. Die Anwohner und die Kommunen werden noch lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Ein weiteres Unwetter ist am 11. Juni über das Saarland gezogen. In Heusweiler und Eppelborn waren die Einsatzkräfte fast 24 Stunden im Dauereinsatz.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 31.05.2019 berichtet.

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