Das Rathaus in Lebach (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Raumluft in Lebacher Polizeiinspektion wird erneut untersucht

mit Informationen von Thomas Gerber   12.08.2021 | 17:57 Uhr

Der saarländische Polizeipräsident Rupp hat neue Raumluftmessungen in der Polizeiinspektion Lebach in Auftrag gegeben. Er reagiert damit auf die Forderung der Gewerkschaft der Polizei GdP und des Personalrates, die am Mittwoch wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Polizeibeamten in Lebach Alarm geschlagen hatten.

Die Räume der Polizeiinspektion in Lebach sollen auf weitere Schadstoffe untersucht werden. Das Landespolizeipräsidium hat entsprechende Messungen in Auftrag gegeben.

Institut empfohl weitere Untersuchung

Im vergangenen Jahr hatte es bereits Raumluftmessungen in Lebach gegeben. Im Auftrag des Landespolizeipräsidiums hatte das Institut Fresenius damals die Raumluft auf krebserregendes Asbest untersucht, konnte da aber Entwarnung geben.

Video [aktueller bericht, 12.08.2021, Länge: 3:36 Min.]
Gesundheitsbeschwerden im Gebäude der Lebacher Polizeiinspektion

Allerdings hatte das Institut schon im September 2020 von gesundheitlichen Beschwerden der Beamten und Beamtinnen berichtet. Nach SR-Informationen hatte das Institut damals auch eine Untersuchung der Innenraumluft auf Formaldehyd empfohlen und ein entsprechendes Angebot vorgelegt.

Beschäftigte klagen über Beschwerden

Dieser Empfehlung war das Landespolizeipräsidium zunächst allerdings nicht nachgekommen. Damals habe er dafür keinen Bedarf gesehen, so der Landespolizeipräsident Norbert Rupp. Er habe den Betriebsarzt und den Arbeitsschutz eingeschaltet – die hätten empfohlen, zunächst anstehende Umbaumaßnahmen durchzuführen.

Dann seien ein Wasserrohrbruch und die Coronapandemie dazwischengekommen. Die massiven Beschwerden habe es erst jetzt gegeben. Damals hätten nur zwei Kollegen über Hautausschlag geklagt.

Bauliche Zustände unhaltbar

Räumlichkeiten der Polizeiinspektion Lebach gesundheitsgefährdend?
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 12.08.2021, Länge: 03:22 Min.]
Räumlichkeiten der Polizeiinspektion Lebach gesundheitsgefährdend?

Die Polizeigewerkschaft GdP und der Personalrat hatten am Mittwoch vor möglichen Gesundheitsgefahren für die Polizeibeamten gewarnt. Mehrere Beschäftigte hatten über Reizungen der Atemwege, Kopfschmerzen und Hautausschläge geklagt. Gemeinsam mit dem Personalrat hatte die GdP das Landespolizeipräsidium aufgefordert, die Raumluft erneut untersuchen zu lassen. Die Gewerkschaft und der Personalrat hatten zudem auch die baulichen Zustände in dem Gebäude beklagt.

Auch für Rupp sind die baulichen Zustände in Lebach insgesamt unhaltbar. Er deutete gegenüber dem SR an, dass es da demnächst eine Lösung geben werde. Die 60 Beamten werden vermutlich ins Gebäude der Flurbereinigungsbehörde nahe des Landesaufnahmelagers umziehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.08.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja