Eine Uniform der Bundeswehr (Foto: picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)

Verfahren in Uniform-Affäre eingestellt

Thomas Gerber   16.12.2019 | 11:40 Uhr

Die drei Beschuldigten in der so genannten Sulzbacher Uniform-Affäre sind strafrechtlich glimpflich davon gekommen. Die Verfahren wurden wegen geringer Schuld eingestellt und eine Geldauflage von je 500 Euro verhängt. Die Männer hatten sich in der Öffentlichkeit als Offiziere ausgegeben.

Glimpfliche Strafe in der Uniform-Affäre
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 16.12.2019, Länge: 00:54 Min.]
Glimpfliche Strafe in der Uniform-Affäre

Den drei Männern war Amtsanmaßung und Betrug zur Last gelegt worden. Die 63, 68 und 78 Jahre alten Beschuldigten waren bei öffentlichen Veranstaltungen in Uniformen der Bundeswehr aufgetreten und hatten sich als Generalmajor, Oberbootsmaat sowie als Stabsfeldwebel der Reserve ausgegeben. Die Uniformen hatten sie sich zuvor teilweise in der Kleiderkammer der Graf-Werder-Kaserne in Saarlouis besorgt. Dort war der Älteste der drei als Generalmajor a.D. erschienen.

Öffentliche Auftritte in Uniform

Der zuständige Major der Kleiderkammer schenkte den Angaben offenbar Glauben und händigte dem falschen Generalmajor mehrere Ausrüstungsgegenstände aus - unter anderem Diensthemden, Krawatten und Schulterklappen. So ausgestattet sollen zwei der Beschuldigten beim Neujahrsempfang der Ärztekammer und der Stadt Sulzbach sowie bei einem öffentlichen Gelöbnis in Sulzbach erschienen sein.

Bei einem der drei Männer handelt es sich um den ehemaligen Beigeordneten der Stadt Sulzbach. Der 63-Jährige soll in dieser Funktion 2017 die Veranstaltung der Stadt zum Volkstrauertag auf dem Sulzbacher Friedhof in Marineuniform geleitet und laut Anklage anwesende Soldaten erfolgreich zum "Strammstehen!" aufgefordert haben. Er war wegen der Affäre bereits Anfang des Jahres zurückgetreten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.12.2019 berichtet.

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