Ein Frau sitzt zur Andacht in einer Kapelle vor einem beleuchteten Kruzifix (Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Uni Trier sucht Betroffene für neue Missbrauchsstudie

mit Informationen von Magnus Neuschwander   11.03.2023 | 09:24 Uhr

Die Universität Trier untersucht die seelischen Folgen von Missbrauchsfällen im Bistum Trier. Der Fachbereich Psychologie sucht dazu nicht nur direkt Betroffene, sondern auch Angehörige und sogar Missbrauchsbeschuldigte.

Wie wirkt sich der sexuelle Missbrauch auf die persönliche Entwicklung des Betroffenen aus? Wie haben sie ihre Gewalterfahrung bewältigt? Und haben Betroffene ihr Trauma vielleicht sogar an ihre Kinder weitergegeben? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich eine Studie der Universität in Trier.

Betroffene für umfangreiche Missbrauchsstudie an der Uni Trier gesucht
Audio [SR.de, (c) SR, 11.03.2023, Länge: 00:56 Min.]
Betroffene für umfangreiche Missbrauchsstudie an der Uni Trier gesucht

Die Untersuchung hat schon begonnen und soll über einen längeren Zeitraum gehen. Erst 2026 soll sie abgeschlossen sein.

Wie kann Vorsorge aussehen?

Die Ziele sind hoch gesteckt: So sollen laut Uni Trier auch kirchliche und gesellschaftliche Strukturen offengelegt werden, die Missbrauch begünstigen. Außerdem gehe es um Kinderschutz und Vorbeugung. Die Beschuldigten sollen Aufschluss darüber geben, wie Täter vorgehen. Die Aussagen würden anonymisiert, um keine Rückschlüsse auf einzelne Menschen oder ihre Familien zu ermöglichen.

Parallel weitere Studien

Die Studie, so die Uni, erfolgt parallel zu den Untersuchungen der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, die seit Juni 2021 aktiv ist. Diese hatte vergangenes Jahr einen Zwischenbericht veröffentlicht. Demnach gab es zwischen den Jahren 1946 und 2021 insgesamt 513 Betroffene und 195 Täterinnen und Täter.

Außerdem hat eine im Dezember vorgestellte Studie Informationen zum Missbrauchsgeschehen in der Amtszeit von Bischof Bernhard Stein offengelegt. Infolgedessen wurden dem früheren Trierer Bischof Stein (1904-1993) posthum die Ehrenbürgerwürde und das Ehrensiegel der Stadt aberkannt. Auch ein nach ihm benannter Platz wird nun umbenannt.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.03.2023.


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