UKS (Foto: SR)

Uni-Klinik setzt Covid-19-Medikament noch nicht ein

Steffi Schlutter   02.02.2021 | 16:06 Uhr

Eines der beiden neuen Covid-19-Antikörper-Medikamente ist inzwischen in der Uniklinik Homburg eingetroffen. Weil noch zu viele Fragen zu seiner Wirkung offen sind, kommt das Präparat jedoch noch nicht zum Einsatz.

An der saarländischen Uniklinik ist ein Ärzte-Team mit der Frage beschäftigt, wie die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gekauften Antikörper-Medikamente wirksam eingesetzt werden können. Das in Homburg angekommen Präparat der US-Firma Eli Lilly verabreicht werden könne, müsse unter anderem geklärt werden, an welche Patienten die Vergabe sinnvoll sei, in welchem Stadium der Erkrankung und in welcher Dosierung, erklärte Virologe Jürgen Rissland von der Homburger Uni-Klinik.

Dünne Datenlage

Die Datenlage für das in den USA notfallzugelassene Medikament sei für eine Vergabe noch sehr dünn. Man wolle keine Experimente auf Kosten der Patienten durchführen. Eine aktuelle Studie zeige zudem, dass sich die Wirksamkeit des Präparates steigern ließe, wenn gleichzeitig ein Schwester-Präparat gegeben wird, so Rissland. Dieses sei aber bislang nicht verfügbar. Ob es überhaupt kommt, sei unklar.

Spahn hatte in der vergangenen Woche für den Bund den Kauf von 200.000 Dosen zweier in der EU noch nicht zugelassenen Antikörper-Medikamente im Wert von 400 Millionen Euro verkündet. Sie sollen zunächst in Unikliniken in Deutschland verabreicht werden. Geeignet seien die Präparate für Covid-19-Patienten, die milde Symptome haben und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf zeigten.


tagesschau.de
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Über diese Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.02.2021 berichtet.

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