Ein Mann zeigt auf die Zutatenliste eines Joghurts (Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt/dpa | Daniel Bockwoldt)

Diese Inhaltsstoffe dürfen in Lebensmitteln stecken

Aaron Klein   24.01.2023 | 14:10 Uhr

Ob als Farbstoff, Bindemittel oder günstiges Ersatzprodukt: Auf den Zutatenlisten von Lebensmitteln begegnen Verbrauchern manchmal sehr ungewöhnliche Inhaltsstoffe – oft versteckt hinter Fachbegriffen und E-Nummern.

Läuse jucken, nerven und sind angeblich ein Zeichen schlechter Hygiene - zumindest auf dem Kopf. In Lebensmitteln kommen sie aber regelmäßig vor und erfüllen dabei unterschiedliche Zwecke - zum Beispiel als Farbstoff.

In vielen rot eingefärbten Produkten, zum Beispiel Ketchup, ist Karmin für die Farbe verantwortlich. Karmin wird aus Schildläusen gewonnen, die dafür gekocht, getrocknet und gemahlen werden. „Echtes Karmin“ oder E 120 findet sich etwa auch in den meisten Wurstwaren, Fruchtjoghurts oder Gummibärchen. Wer auf Schildläuse als Farbstoff verzichten will, sollte auf der Zutatenliste auf die synthetische Variante E 124 achten, die zum Beispiel aus Roter Beete gewonnen werden kann.

Blattlaus-Ausscheidungen in Honig und Süßigkeiten

Nicht nur gemahlene Läuse finden den Weg in unseren Einkaufswagen, sondern auch Blattlaus-Kot – etwa in Waldhonig. Für diese Honigsorte sammeln die Bienen keinen Nektar aus Blüten, sondern Honigtau – zuckerhaltige Ausscheidungen der Blattläuse, die auf den Blättern der Pflanzen sitzen.

Viele Süßigkeiten, aber auch Tabletten und Zigaretten kommen ebenfalls nicht an der Laus vorbei. Schelllack beispielsweise ist ein Harz, das Schildläuse absondern. Früher wurden Schallplatten damit überzogen, später verdrängten Kunststoffe das Harz. Heute lässt das Harz Schokoladendragees, Kaugummis oder Tabletten glänzen oder wird bei Zigaretten als Klebstoff verwendet. Schellack versteckt sich hinter der Nummer E 904.

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Aprikosenkerne statt Mandeln, Holz statt Vanille

Auch beim Backen lässt sich mit Zutaten tricksen, vor allem um Geld zu sparen. Mandeln braucht man zum Beispiel um Marzipan herzustellen. Mandeln sind aber vor allem eins: teuer. Ein preiswerter Ersatz sind Aprikosen- oder Pfirsischkerne. Die sind zwar intensiver im Geschmack, können aber genauso weiterverarbeitet werden wie Mandeln. Werden Aprikosenkerne als Ersatz für Mandeln benutzt, handelt es sich nicht mehr um Marzipan, sondern Persipan.

Teuer ist auch Vanille. Deshalb greift man beim Backen gerne auf den Aromastoff Vanillin zurück, der aus dem Holzstoff Lignin gewonnen werden kann. Lignin ist ein Stoff, der die Pflanzenfasern in Bäumen vor dem Aufquellen durch Feuchtigkeit schützt und ist unter anderem auch für den Geruch alter Bücher verantwortlich.

Schweineborsten im Brot

Damit der Teig beim Brotbacken besser geknetet werden kann, wird das Mehl oft mit dem Stoff L-Cystein behandelt. Dieser Stoff, besser erkennbar unter der E-Nummer 920, wird oft in einem chemischen Verfahren aus Schweineborsten gewonnen.

Laut EU-Lebensmittelverordnung muss E 920 auch nicht deklariert werden, weil es nur über eine Zutat, in dem Fall Mehl, in das Endprodukt gelangt. Wer sicher gehen will, dass einem Lebensmittel kein L-Cystein zugesetzt wurde, der kann zu Bio-Produkten greifen. Für Bio-Produkte ist L-Cystein als Zusatzstoff nicht zugelassen.


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