Unfall-Warndreieck (Foto: Patrick Seeger/dpa)

Hier kracht es im Saarland am häufigsten

Axel Wagner   05.09.2019 | 11:57 Uhr

Insgesamt 34.521 Unfälle hat die Polizei im Saarland vergangenes Jahr registriert, ein Prozent weniger als 2017. Der Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes zeigt die Unfälle mit Personenschaden in einer Karte auf. Dabei kristallisieren sich einige Schwerpunkte besonders heraus.

Eine Hauptunfallursache ist neben dem zu geringen Sicherheitsabstand, dass die Autofahrer ihre Geschwindigkeit nicht den Verkehrs- und Witterungsverhältnissen anpassen. „Die gefahrene Geschwindigkeit bestimmt im Wesentlichen auch immer die Schwere der Unfallfolgen“, so Polizeipressesprecher Stephan Laßotta. „Außerdem raten wir stets zu einer defensiven und aufmerksamen Fahrweise.“

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Das sind die Schwerpunkte

  • L 158 Mettlach – Losheim, Höhe Brotdorf: In Höhe Brotdorf wurden auf der Landesstraße 2018 insgesamt 21 Unfälle aufgenommen. Bei 15 der Unfälle entstand nur Sachschaden, zehn davon waren Wildunfälle. Zwei Menschen starben dort, sieben wurden schwer, sechs leicht verletzt. Unfallursache war in vier Fällen zu schnelles Fahren, fünfmal verstießen die Fahrer gegen das Rechtsfahrgebot.
  • A 620, Auffahrt Saarbrücken-Gersweiler: Die Anschlussstelle Gersweiler ist für ihre kurze Auffahrt in Fahrtrichtung Saarbrücken berüchtigt. Die Beamten verzeichneten dort 2018 neun Unfälle, wobei in zwei Fällen Menschen verletzt wurden. In sechs der Fälle hielten Autofahrer nicht genügend Abstand.
  • A 8, Anschlussstelle Neunkirchen-Heinitz: Zwölf Verkehrsunfälle wurden hier aktenkundig, davon vier mit Personenschaden. Ein Mensch starb, zwei wurden schwer, zwei weitere leicht verletzt. In vier der Fälle waren die Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Dreimal kollidierten Fahrzeuge beim Fahrstreifenwechsel, in drei Fällen kam es zu Fehlern beim Überholen. Im Oktober 2018 hat die Unfallkommission Autobahn an der Anschlussstelle die Geschwindigkeit auf 130 Stundenkilometer beschränkt, bei Nässe sind sogar nur 100 km/h erlaubt.
  • Saarbrücken, Lebacher Straße/Cottbuser Platz: Im Jahr 2018 registrierte die Polizei im Umfeld der Kreuzung mit der Saarbahn-Strecke zwölf Unfälle, sieben davon mit Verletzten. Bei vier dieser Unfälle wurde der Sicherheitsabstand nicht eingehalten, bei drei weiteren hielten sich die Teilnehmer nicht an die Verkehrsregeln.
  • Saarbrücken-Burbach, Helgenbrunnen/Kreuzung Burbacher Straße: Hier wurden acht Unfälle erfasst, zwei davon mit Verletzten. Auch hier ist ein nicht ausreichender Sicherheitsabstand (drei Unfälle) die häufigste Ursache, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen (zwei).
  • Saarlouis, Brückenstraße/Bahnhofstraße: 2018 wurden im Einmündungsbereich zehn Unfälle registriert, wobei in vier Fällen Menschen leicht verletzt wurden. Häufigste Ursachen waren hier die Missachtung der Vorfahrt und ein fehlender Sicherheitsabstand.
  • Homburg, Zweibrücker Straße (zwischen Ringstraße und Lieselottenstraße): Hier nahm die Polizei 13 Unfälle auf, davon sieben mit Sachschaden. Bei den Unfallursachen lässt sich keine Häufung erkennen.
  • Homburg-Erbach, Berliner Straße/Kreuzung Dürer Straße: Hier wurden drei Unfälle registriert, davon zwei mit Verletzten.

Unfallkommissionen handeln

Darüber hinaus hat die Polizei allerdings noch zahlreiche weitere Unfallstellen registriert. Ist ein Schwerpunkt ausgemacht, gibt die Polizei die Daten an die örtliche Unfallkommission weiter. Dort werden dann in Abstimmung mit den Beamten und dem Straßenbau geeignete Maßnahmen ergriffen, um das Unfallrisiko zu senken. Das kann zum Beispiel durch eine geänderte Verkehrsführung oder durch ein Absenken der Höchstgeschwindigkeit geschehen.

Video [aktueller bericht, 06.09.2019, Länge: 1:24 Min.]
Entschärfung von Unfallschwerpunkten

Unterschiede bei der Erfassung

Unfallschwerpunkte im Saarland
Audio [SR 3, Katja Preißner, Nadine Thielen, 06.09.2019, Länge: 06:19 Min.]
Unfallschwerpunkte im Saarland

Der Unfallatlas basiert auf den Daten der Unfallaufnahmen durch die Polizei. Das Statistische Bundesamt listet dort allerdings nur Unfälle mit Verletzten auf. Unfälle, bei denen nur Sachschaden entsteht, tauchen dort nicht auf. Außerdem sprechen die Beamten nicht von Unfallschwerpunkten. „Wir unterscheiden zwischen Unfallhäufungsstelle und Unfallhäufungslinie“, erklärt Polizeipressesprecher Stephan Laßotta. „Dazu müssen sich entweder mehrere Unfälle des gleichen Typs oder mit gleichen Folgen in einem räumlich oder zeitlich begrenzten Bereich ereignen.“

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