Eine Frau hält einen Bambusbecher in der Hand. (Foto: IMAGO / Westend61)

Umweltministerium warnt vor falschem Bambus-Geschirr

  11.04.2021 | 13:10 Uhr

Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) warnt vor Bambus-Geschirr mit einem Kunststoffanteil. Wie der Minister mitteilte, bestehen viele Produkte nicht aus reinem Bambus, sondern aus Kunststoff. Seit Oktober 2020 sei in 16 von 32 Geschäften entsprechendes Geschirr aus dem Verkehr gezogen worden.

Geschirr aus natürlichen Materialien gibt es mittlerweile in etlichen Geschäften zu kaufen. Das saarländische Umweltministerium warnt jedoch vor Bambus-Geschirr – das Geschirr werde häufig nicht aus reinem Bambus hergestellt. Stattdessen werden Kunststoffe verwendet, die mit Bambusfasern, Maisstärke oder Reishülsen und Weizenfasern als Füllstoffe ergänzt werden.

Seit Oktober vergangenen Jahres hätten 16 von 32 kontrollierten Geschäfte solche Produkte aus dem Sortiment nehmen müssen. Laut Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) ist das Geschirr auch gefährlich für die Gesundheit. Untersuchungen des Landesamts für Verbraucherschutz hatten demnach ergeben, dass beispielsweise durch Hitze Bausteine des Kunststoffes an Lebensmittel abgegeben werden können.

Auch Etikettierung oft falsch

Oft würde zudem damit geworben, dass das Geschirr „besonders umweltfreundlich“, „biologisch abbaubar“ oder „ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt“ werde. Das sei jedoch falsch, denn der in den Kontrollen festgestellte Kunststoff Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH) sei nicht biologisch abbaubar. „Uns geht es hier aber keinesfalls nur um den Etikettenschwindel, sondern um Gesundheitsgefahren, die mit diesen Waren verbunden sind“, betont Jost.

Der Minister rät, vor dem Kauf solcher Produkte darauf zu achten, ob der Hersteller Informationen über die verwendeten Materialien angibt und diese zu überprüfen. Stattdessen könne auch auf Alternativen wie Glas, Porzellan oder hitzebeständige Kunststoffe wie Polypropylen zurückgegriffen werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.04.2021 berichtet.

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