Eine junge Frau beim Corona-Test (Foto: picture alliance/Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa)

Homburger Schulen nehmen an Corona-Forschungsprojekt teil

  24.11.2020 | 08:14 Uhr

Welche Rolle spielen Kinder und die Schulen als Überträger des Coronavirus? Erkenntnisse zu dieser Frage erhofft sich die Uni-Klinik Homburg unter anderem aus einem aktuellen Forschungsprojekt, an dem drei Homburger Schulen teilnehmen. Dabei werden auch neue Corona-Testverfahren auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft.

Die Grundschule Sonnenfeld, die Robert-Bosch-Gesamtschule und das Christian von Mannlich-Gymnasium nehmen nach Angaben der Uni-Klinik Homburg (UKS) an dem Forschungsprojekt teil. In dreiwöchigen Testphasen sollen speziell geschulte Testteams in die Schulen kommen und dort verschiedene Arten von Coronatests durchführen.

Die Teilnahme ist für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte freiwillig. Die Teilnehmer werden im Rahmen des Projektes zwei- bis dreimal pro Woche auf ene Coronavirusinfektion getestet.

Das Projekt soll die Akzeptanz und Machbarkeit von regelmäßigen Testungen auf SARS-CoV-2, unter anderem mit kindgerechten Testmethoden, untersuchen. Außerdem will man dazu beitragen, die Schließung von Kitas zu vermeiden und den Präsenzunterricht in Schulen in der Coronavirus-Pandemie beizubehalten.

Erprobung kindgerechter Testverfahren

Der Projektleiter und Leiter der Homburger Klinik für Pädiatrie, Professor Michael Zemlin, erklärt, man wolle andere Corona-Testverfahren als die bisherige Standardmethode, den Rachenabstrich, testen. „Wir möchten im Projekt zwei andere, kindgerechtere Varianten dazu vergleichen."

Bei dem einen Verfahren müssen Kinder eine Art Wattestäbchen für 10 bis 15 Sekunden lutschen, damit sich dieses mit Speichel vollsaugen kann. Die zweite Methode ist die Wangenabstrich-Methode. Dabei wird Speichel aus der Wangentasche im Mund aufgenommen. Das Verfahren soll vor allem für kleinere Kinder in Kitas und Grundschulen geeignet sein.

Weniger Quarantäne?

Die Analyse der Abstriche nimmt das Institut für Virologie am UKS vor. Sollte in einer der Schulen ein Fall von SARS-CoV-2 gefunden werden, werde in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt das weitere Vorgehen abgestimmt. Ziel sei es, dass alle nicht infizierten Personen unter weiterer engmaschiger Testung die Einrichtung weiter besuchen könnten.

UKS hofft auf 10.000 Teilnehmer

Insgesamt erhofft sich das UKS, dass um die 10.000 Personen freiwillig teilnehmen werden. Damit hätte man belastbare Daten. "Je mehr mitmachen, umso aussagekräftiger wird das Gesamtergebnis", so Projektleiter Zemlin.

Das Projekt ist Teil eines Nationalen Forschungsnetzwerks zu Covid-19, das von der Berliner Charité koordiniert wird. Die Erkenntnisse daraus sollen bei der Bewältigung der aktuellen Pandemie helfen. Insgesamt ist das UKS an sechs Verbundprojekten beteiligt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 24.11.2020 berichtet.

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