Ein übergewichtiger Mensch sitzt in einem Freibad. (Foto: dpa)

Experte: Gibt nicht nur "fit oder fett"

  24.08.2018 | 10:15 Uhr

Das Übergewicht der Saarländerinnen und Saarländer ist nicht so dramatisch, wie es die Statistik erscheinen lässt. Das sagt der Trierer Ernährungssoziologe Daniel Kofahl. Das Land habe im Vergleich zu den anderen Bundesländern schon immer im Mittelfeld gelegen. So sei es auch weiterhin.

Zudem sage der Body-Maß-Index (BMI) nichts darüber aus, wie gesund oder krank jemand sei. Auch Dünne könnten kränklich sein. Wohlbeleibte könnten sich durch die vielen Diäten aber selber krank machen. Adipöse, also wirklich Übergewichtige mit einem sehr hohen Körperfettanteil, sollten sich dagegen schon Gedanken machen.

BMI alleine nicht ausreichend

Interview: "Übergewicht? Alles halb so dramatisch"
Audio [SR 3, Frank Hofmann sprach mit Dr. Daniel Kofahl, 24.08.2018, Länge: 03:46 Min.]
Interview: "Übergewicht? Alles halb so dramatisch"

Der BMI unterscheide aber nicht zwischen diesen Fällen. Im SR3-Gespräch riet Kofahl zu mehr Gelassenheit. Eine gewisse Wohlbeleibtheit sei kein Problem. Der Anteil der übergewichtigen Frauen im Saarland sei sogar gesunken, bei den Männern sei er gleich geblieben.

Kofahl warnte davor, mit der Statistik eine „Hysterie“ zu erzeugen, wenn einfach nur auf den Körper geblickt und dabei so getan werde, als ob es nur „fit oder fett“ gebe, aber nicht beides zusammen. Man müsse aufpassen, dass es nicht zu „Kollateralschäden“ komme, denn immer mehr Menschen entwickelten Essstörungen, weil sie das Gefühl hätten, unbedingt ganz schlank sein zu müssen.

Viele Saarländer laut Statistik zu dick

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind 53 Prozent der Menschen im Saarland zu dick. Dabei wurde der Body-Maß-Index zugrunde gelegt. Weitere Kriterien flossen nicht in die Statistik ein.

Über dieses Thema wurde auch in SR 3 Guten Morgen vom 24.08.2018 berichtet.

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