Übergabe der Kita-Petition an Ministerpräsident Tobias Hans (Foto: Karin Mayer/SR)

Kita-Petition an Landespolitiker übergeben

Mit Informationen von Karin Mayer   07.05.2019 | 13:23 Uhr

Die Erzieherinnen im Saarland fordern bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben sie am Dienstag die Online-Petition "Kita-Personal am Limit" mit fast 10.000 Unterschriften an die Landesregierung übergeben.

Bei Ministerpräsident Tobias Hans macht das Eindruck. Deshalb will er nach Wegen suchen, wie das Land den Erzieherinnen doch noch entgegenkommen kann. Wie er das machen will, bleibt offen. Denn das meiste Geld aus dem Gute-Kita-Gesetz wird dafür ausgegeben, um die Elternbeiträge zu senken. 46 von 63 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Rund 17 Millionen bleiben für bessere Qualität in den Kitas, also auch für bessere Personalausstattung.

Video [aktueller bericht, 07.05.2019, Länge: 2:31 Min.]
Übergabe Online-Petition "Kita-Personal am Limit"

Die Erzieherinnen aus der Verdi-Fachgruppe finden das frustrierend. Weil Kinder immer früher und immer länger in den Einrichtungen betreut werden, steigen die Anforderungen. Sie warnen vor einem gesellschaftlichen Problem, wenn sie ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommen können. Laut Verdi werden in den Einrichtungen eigentlich über 800 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher gebraucht.

Rund 8200 Unterzeichner aus dem Saarland

Die Sammelaktion der Gewerkschaft Verdi war im Januar gestartet und Ende März zu Ende gegangen. Ingesamt wurde die Petition mit dem Titel "Kita-Personal am Limit - Gesellschaft am Ende" 9779 Mal unterzeichnet. Rund 8200 Unterzeichner stammten aus dem Saarland. Die Petition war eine der fünf erfolgreichsten Online-Petitionen im Saarland der vergangenen Jahre.

Die Aktion soll den Druck auf die Politik erhöhen, gegen den Personalengpass in den Kindertagesstätten vorzugehen. Verdi fordert unter anderem ein besseres Betreuungsverhältnis, also weniger Kinder pro Erzieher. Außerdem müsse es verbindliche Verfügungszeiten und mehr Zeit für die Anleitung von Auszubildenen und Praktikanten geben.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 07.05.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen