Ein Behälter mit der Aufschrift Covid-19-Impfstoff (Foto: IMAGO / Westend61)

Bislang kein voll anerkannter Corona-Impfschaden im Saarland

  04.01.2023 | 15:43 Uhr

101 Mal wollten Betroffene sich im Saarland bislang bescheinigen lassen, dass sie bleibende Gesundheitsschäden nach einer Impfung gegen das Coronavirus davongetragen haben. Bislang wurden allerdings nur drei vorübergehende Schäden bestätigt.

Fast 85 Prozent der saarländischen Bevölkerung haben sich mindestens einmal gegen Covid-19 impfen lassen, Stand Mittwoch mehr als 820.000 Menschen.

Immer wieder melden sich insbesondere in sozialen Netzwerken Menschen, die von gesundheitlichen Problemen nach der Impfung berichten oder Angst davor haben.

Zumindest statistisch scheint die tatsächliche Zahl von Problemen aber eher klein. Bislang liegen dem saarländischen Sozialministerium insgesamt 101 Anträge darauf vor, solche Schäden anzuerkennen. 42 davon sind bislang negativ beschieden worden - und nur drei Mal wurde eine "vorübergehende Gesundheitsschädigung" anerkannt, das heißt eine Schädigungszeit von weniger als sechs Monaten.

Eine vollständige Anerkennung von Impfschäden gab es bislang im Saarland nicht, teilte das Ministerium dem SR mit.

Was gilt als Impfschaden?

Als Impfschaden im Sinne des Gesetzes gelten gesundheitliche Störungen, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen. Sie müssen laut Sozialministerium mindestens sechs Monate bzw. dauerhaft vorliegen.

Die möglichen Schäden können dabei von leichten körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zu Schwerstmehrfachbehinderungen reichen. Bevor ein Bescheid erteilt wird, werden die Betroffenen in der Regel von einem Facharzt begutachtet.

Betroffenen stehen dann auch Entschädigungen zu.

Die Anträge müssen an das Landesamt für Soziales gestellt werden. Einen Vordruck für das entsprechende Formular gibt es auf den Internetseiten des Landesamtes.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.01.2023 berichtet.


Weitere Themen im Saarland

Kunden müssen weitere Wege auf sich nehmen
Immer weniger Apotheken im Saarland
Die Zahl der Apotheken im Saarland sinkt seit 18 Jahren immer weiter. Auch im vergangenen Jahr haben laut Apothekerkammer neun Apotheken geschlossen. Die Kammer geht davon aus, dass das bald Auswirkungen auf die Kunden hat.

Herausforderungen und offene Fragen
Ford, SVolt, Stahlindustrie – Was 2023 auf die Saar-Wirtschaft zukommt
Die saarländische Wirtschaft nimmt einige ungelöste Probleme mit ins neue Jahr: Nicht nur bei Ford in Saarlouis ist offen, wie es weitergehen könnte. Auch die Stahlindustrie wartet auf Förderzusagen. Und die IHK rechnet für 2023 kaum mit Wachstumschancen.

Ankündigung des Trägers
Evangelisches Stadtkrankenhaus wird geschlossen
Das Evangelische Stadtkrankenhaus in Saarbrücken soll schließen. Das hat der Träger, die Kreuznacher Diakonie, am Freitag bekannt gegeben. Die Gründe seien "hohe betriebswirtschaftliche Verluste" und "fehlende Perspektiven".

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja