Ein Priester hält einen Rosenkranz und ein Schreiben in der Hand (Foto: dpa/Jochen Lübke)

Unabhängige Kommission gibt Missbrauchsstudie in Auftrag

  13.12.2021 | 16:05 Uhr

Im Bistum Trier soll eine erste Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Auftrag gegeben werden. Sie soll einen Überblick über das Ausmaß geben und Grundlage für die Aufarbeitung sein. Auch der Austausch mit Betroffenen hat begonnen.

Eine Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle soll Aufschluss über das Ausmaß der Fälle im Bistum Trier geben. Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Trier will nach eigenen Angaben eine solche Studie in Auftrag geben.

Fokus auf Gesprächen

Sie soll als Grundlage für die Aufarbeitung dienen. Im Anschluss soll über weitere, konkretere Studien entschieden werden, etwa zu rechtlichen Fragen.

Der Fokus der Kommission liege jedoch auf Gesprächen mit Betroffenen, Beschuldigten, Bistumsmitarbeitenden und -verantwortlichen. Der Austausch mit Betroffenen hat nach Angaben der Kommission bereits begonnen. Seit 2010 hätten sich 208 Betroffene beim Bistum gemeldet.

Empfehlung für Umgang mit Missbrauchsfällen

Die siebenköpfige Kommission, die seit Ende Juni besteht, hat vollen Zugang zu den Akten des Bistums. Ihr gehört unter anderem der ehemalige rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers an.

Außerdem sind unter anderem Psychologen und Historiker Teil des Gremiums. Am Ende ihrer Arbeit will sie Empfehlungen geben, wie mit den Missbrauchsfällen umgegangen werden sollte und wie einem solchen Geschehen vorgebeugt werden kann. 

Kritik von Opfer-Initiative Missbit

Anfang Dezember hatte die Opfer-Initiative Missbit die Arbeit der Kommission kritisiert. Der Initiative geht die Arbeit zu langsam voran.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 13.12.2021 berichtet.

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