Too Good To Go App auf einem Smartphone (Foto: picture alliance / NurPhoto | Artur Widak)

120 Betriebe im Saarland retten Lebensmittel

Irena Vossel   15.08.2022 | 19:13 Uhr

Immer mehr Betriebe im Saarland machen bei der Lebensmittelretter-App "Too Good To Go" mit. Innerhalb eines Jahres hat sich ihre Anzahl von 50 auf 120 mehr als verdoppelt. Mit dabei sind große Ketten, aber auch lokale Läden.

"Zu gut zum Wegschmeißen". So ungefähr lässt sich der Name der App "Too Good to Go" übersetzen, die sich seit 2016 dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung verschrieben hat.

Das Ganze funktioniert so: Supermärkte, Bäckereien, Restaurants, Cafés und Hotels bieten in der App ihr überschüssiges Essen zu einem vergünstigten Preis zum Kauf an. Die Kunden können das Essen dann über die App bezahlen und zu einem gegebenen Zeitfenster bei dem Laden abholen.

Bevor das restliche Gemüse, die übriggebliebenen Brötchen oder Sushi-Teller abends in die Mülltonne geworfen werden, können die Betriebe also noch ein bisschen Geld mit ihren Resten verdienen. Und die Selbstabholer bekommen oft große Mengen an Lebensmitteln zu einem kleinen Preis.

Eine Portion kostet maximal die Hälfte des Originalpreises, und laut Unternehmen durchschnittlich 3,50 Euro. So haben beide Seiten etwas von der Lebensmittelrettung und schonen nebenbei die Umwelt.

Denn die Lebensmittel sind so nicht für die Tonne produziert worden und es entsteht kein CO2 durch eine Entsorgung. Laut "Too Good To Go" wurden im Saarland insgesamt bisher 200.000 Mahlzeiten gerettet. Das entspreche ca. 500 Tonnen gespartem CO2.

Partnerunternehmen im Saarland verdoppelt

Deutschlandweit sind aktuell rund 14.000 Partnerbetriebe in über 900 Städten bei "Too Good To Go" am Start. Im Saarland war die Bäckerei Kohl Brot in der Saarbrücker Europagalerie im Januar 2018 der erste Betrieb, der sich bei der Lebensmittelretter-App registrierte. Die Filiale gibt es dort nicht mehr. Dafür machen inzwischen aber zahlreiche andere Bäckereien sowie Supermärkte, Restaurants und Cafés im Saarland bei "Too Good To Go" mit und es werden immer mehr.

Während im Februar 2019 erst 13 Betriebe bei der App ihr überschüssiges Essen verkauften, waren es im Sommer 2021 bereits 50. Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der Partnerbetriebe im Saarland nun sogar mehr als verdoppelt und ist auf 120 angewachsen.

Ketten und lokale Partner in Saarbrücken

Sehr viele Partnerbetriebe gibt es in Saarbrücken. Die App-Nutzer können dort bei Ketten wie Edeka, Nordsee, dean&david oder BackWerk übriggebliebene Lebensmittel abholen. Aber auch lokale Läden sind dabei: die Pastamanufaktur italianDelight auf der Mainzerstraße, Brot & Sinne, Johanna Cafeteria, der Bioladen St. Arnual und mehr.

Wie gut die App funktioniert haben wir vor drei Jahren mit dem ersten saarländischen Partnerbetrieb Kohl Brot getestet:

Panorama
Mit einer App zum Lebensmittelretter werden
Die Deutschen werfen nach einer WWF-Studie über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr weg. Deswegen verbindet die App "Too Good To Go" seit 2015 unter anderem Restaurants, Schnellimbisse und Bäckereien mit Verbrauchern, um so viele Nahrungsmittel wie möglich zu retten. Bis heute wurden damit fast zehn Millionen Mahlzeiten gerettet. SR.de hat getestet, wie die App funktioniert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.08.2022 berichtet.

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