Eine Justitia-Statue (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Tödlicher Unfall neu aufgerollt

  27.10.2020 | 19:47 Uhr

Mehr als vier Jahre nach dem tödlichen Unfall auf der A620 bei Klarenthal hat am Dienstag vor dem Landgericht erneut der Prozess gegen die Unfallverursacherin begonnen. Die 44-Jährige war mit ihrem schweren Geländewagen in das Ende eines Staus gerast. Der 23 Jahre alte Fahrer eines Kleinwagens wurde getötet, weitere Personen in anderen Fahrzeugen verletzt.

Vor einer Baustelle hatte sich auf der A620 im Sommer 2016 kurz vor der Anschlussstelle Klarenthal ein circa ein Kilometer langer Stau gebildet. Gegen 16.55 Uhr fuhr die Unfallverursacherin mit ihrem Geländewagen ungebremst in das Stauende. Statt mit dem erlaubten Tempo 60, fuhr sie 110 km/h.

Während die Frau unverletzt blieb, kam ein 23-Jähriger, der mit seinem Kleinwagen am Stauende gestanden hatte, ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Fall wird neu aufgerollt

Seit dem Unfall im August 2016 machen die Eltern eine regelrechte Odyssee durch die Justiz durch. Ein Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung lautete das Urteil aus erster Instanz.

In der inzwischen vierten Instanz setzt die Verteidigung auf eine Absence, eine milde Form eines epileptischen Anfalls, den die Angeklagte kurz vor dem Aufprall erlitten habe. Außerdem stellte die Verteidigung am Dienstag sowohl gegen eine Sachverständige als auch gegen den Vorsitzenden Richter einen Befangenheitsantrag.

Wegen eines handwerklichen Fehlers des psychiatrischen Gutachters war der Prozess im Mai geplatzt und wird nun komplett neu aufgerollt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 27.10.2020 berichtet.

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