Ein mit einer Axt bewaffneter Mann hat im Landkreis Birkenfeld einen Menschen bedroht und ist von der Polizei erschossen worden (Foto: picture alliance / dpa / Reiner Drumm)

Tödliche Schüsse im Kreis Birkenfeld

mit Informationen der dpa   05.11.2019 | 09:00 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen der Polizei auf einen Mann mit einer Axt hat die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach erste Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben. Bei dem Toten handelt es sich um einen 26-Jährigen aus Eritrea.

„Wir warten das Ergebnis der Obduktion ab“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Bad Kreuznach. Den bisherigen Ermittlungen zufolge war der 26 Jahre Mann aus Eritrea am Samstag stundenlang in der Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach an der Grenze zum nördlichen Saarland unterwegs. Mehrere Zeugen meldeten sich bei der Polizei.

Person mit Axt bedroht

Polizei erschießt mit Axt bewaffneten Mann in Birkenfeld
Audio [SR 3, Sebastian Grauer , 04.11.2019, Länge: 01:55 Min.]
Polizei erschießt mit Axt bewaffneten Mann in Birkenfeld

Die Fahndung verlief laut Polizei zunächst ergebnislos. Am Nachmittag berichtete dann eine weitere Zeugin, ein apathisch wirkender Mann habe an einem Sportlerheim eine Person bedroht, auf deren Auto eingeschlagen und sei in den Wald geflohen.

Die Polizei suchte daraufhin mit Einsatzkräften mehrerer Dienststellen, Spezialeinsatzkräften und einem Hubschrauber nach dem Täter, auch die Bundespolizei war im Einsatz - erst einmal ohne Erfolg. Rund dreieinhalb Stunden später sah eine weitere Zeugin einen Mann auf einem Feld, auf den die Beschreibung passte. Er laufe in Richtung von Tennisplätzen, meldete sie.

Warum schoss die Polizei?

Dann entdeckten auch Polizisten den Mann, und er wurde erschossen. Wie und warum dies genau geschah, wollte die Polizei nicht mitteilen. Die Kriminalpolizei eines anderen Polizeipräsidiums führe die Ermittlungen zu dem tödlichen Schusswaffeneinsatz durch, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach teilte nach der Obduktion am Montagnachmittag mit, der Mann habe einen Schuss in den Kopf erhalten und sei vermutlich sofort tot gewesen. Der Schuss habe den Kopf des Mannes von vorne getroffen. Weitere Einzelheiten zu dem Polizeieinsatz nannte der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Brandt nicht.

Staatsanwaltschaft untersucht Bedrohungsszenario

Innenminister Roger Lewentz (SPD) erklärte, nach seinen Informationen sei ein Bedrohungsszenario dem tödlichen Schusswaffengebrauch vorausgegangen. Das müsse von der Staatsanwaltschaft sehr genau untersucht werden. Wenn jemand mit einer Axt bewaffnet sei, sei dies eine schwierige Situation für Polizeibeamte, so Lewentz.

Die Beweggründe des Mannes sind noch ungeklärt. Der Eritreer habe im Kreis Birkenfeld gewohnt, aber dort keine feste Meldeadresse, so die Staatsanwaltschaft. Ob der Mann krank war oder Drogen genommen hat, ist noch unklar.

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