Eine Mücke bei der Nahrungsaufnahme (Foto: picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Welche Mittel bei Mückenstichen wirklich helfen

Daniel Dresen   25.07.2020 | 09:59 Uhr

Stechmücken treiben derzeit ihr Unwesen. Die Menschen im Saarland schwören dabei auf ganz unterschiedliche Mittel und Methoden, wie sie einen Mückenstich behandeln. Hautarzt und Allergologe Dr. Dirk Landwehr aus Saarbrücken klärt darüber auf, was nach einem Stich wirklich hilft.

Ein Surren, ein Stich und dann tagelanges Jucken: Stechmücken treiben derzeit auch im Saarland ihr Unwesen. Besonders nachts schlagen sie im Schlafzimmer gern zu und rauben somit vielen Saarländern den letzten Nerv. Am nächsten Morgen stellen sich dann viele die Frage, wie sie mit dem Mückenstich umgehen sollen.

Finger weg von Fön und heißem Löffel

Die Menschen im Saarland schwören dabei auf ganz unterschiedliche Mittel und Methoden, den Mückenstich und den damit verbundenen Juckreiz zu behandeln. Einige von ihnen setzen auf Hitzebehandlung.

Dr. Dirk Landwehr, Hautarzt und Allergologe aus Saarbrücken, hält diesen Ansatz für erfolgsversprechend. "Hitze unmittelbar nach dem Stich auf die Stichstelle zu geben, scheint häufig zu wirken, da das Gift durch genügend Hitze denaturiert und so einen Wirkverlust erfährt", sagt der Experte.

Dabei seien elektronische Stichheiler zuverlässiger als ein heißer Löffel, mit dem Betroffene sich im Zweifelsfall die Haut verbrennen oder andernfalls nicht genügend Hitze auf die Stelle geben.

Der Einsatz eines Föns sei ebenfalls eher kontraproduktiv, da die warme Luft die Durchblutung fördere und dem Gift bei der Ausbreitung noch hilft. Stattdessen ein aufgewärmtes Kirschkernkissen auf den Mückenstich zu legen, hat in den Augen des Hautarztes nur einen Placebo-Effekt.

Saft der Zwiebel wirkt antibakteriell

Viele Saarländer greifen auch zur Zwiebel. "Es ist ein klassisches Hausmittel mit ungeklärter Wirkung. Die Feuchtigkeit der Zwiebel kühlt den Stich und ist leicht antibakteriell", so Dr. Landwehr.

Andere versuchen es hingegen mit einer selbstangerührten Paste aus Natron und Wasser, um den Juckreiz auf ihrer Haut zu lindern. Diesen Ansatz hält der Experte für zu aufwendig. Auch von der Anwendung von Spitzwegerich-Tinktur rät der Allergologe ab, weil beispielsweise Pollenallergiker die Heilpflanze schlecht vertragen.

Aloe vera besser als Öle

Lavendelöl oder Teebaumöl haben laut dem Experten zwar antiseptische Wirkung, auf dem frischen, warmen Stich kann die Konsistenz der Öle jedoch als unangenehm empfunden werden. Er empfiehlt, den Stich zusätzlich zu kühlen.

Eine Alternative wäre Aloe vera: Sie ist kühlend und antiseptisch. Die Behandlung mit Spucke kühlt zwar den Stich, hat nach Expertenaussage jedoch keinen Vorteil gegenüber kaltem Wasser.

Die Top drei Tipps von Dr. Landwehr bei einem Mückenstich lauten daher: kühlen, Stichheiler sofort nach dem Stich anwenden oder cortisonhaltige Gels und Cremes auftragen.

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