Hund an Weihnachten (Foto: pixabay)

Tierschützer warnen vor lebenden Geschenken

  19.12.2021 | 10:51 Uhr

Tierschützer warnen davor, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Sie fürchten, dass die lebenden Geschenke anschließend nicht artgerecht gehalten oder hinderlich werden. Im Saarbrücker Bertha-Bruch-Tierheim gilt in den Tagen vor Weihnachten deshalb ein Vermittlungsstopp.

Wenn das Weihnachtsfest näher rückt, klingeln bei Tierschützern die Alarmglocken. "Vor allem Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster sind das klassische Weihnachtsgeschenk für Kinder", weiß Frederick Guldner, Sprecher des Tierschutzvereins 1924 Saarbrücken und des Bertha-Bruch-Tierheims. Genau solche Tiere sind es dann auch, die irgendwann nach den Feiertagen langweilig oder lästig werden und schnell wieder verschwinden müssen.

Video [aktueller bericht, 22.12.2021, Länge: 3:00 Min.]
Tierheime stoppen Vermittlung vor Weihnachten

Vermittlungsstopp im Tierheim

Um jene unbedachten Spontankäufe auszuschließen, gibt das Saarbrücker Tierheim in den Tagen vor Heiligabend gar keine Tiere mehr ab. Alternativ würden den Interessierten sehr genaue und gezielte Fragen gestellt, so Guldner. "Und wenn es dann zu spontan klingt, vertrösten wir auf das neue Jahr."

Einzige Ausnahme in Saarbrücken: "Wenn jemand schon ein halbes Jahr kommt und sagt, dass er das Tier jetzt gerne mitnehmen würde, weil er über die Feiertage Urlaub hat, dann würden wir vermitteln, weil es kein Spontankauf ist", erläutert Guldner.

Mehr als 50 Hunde warten auf neue Besitzer

Zurzeit warten im Saarbrücker Tierheim mehr als 50 Hunde auf neue Besitzer. Auch die Tierkäufe zu Pandemie-Zeiten spielten da eine Rolle. Eine richtige Abgabewelle habe es zwar noch nicht gegeben, aber bei etwa einem Dutzend Hunde könne man schon sagen, dass es "definitiv klassische Corona-Hunde" seien. Bei manchen anderen, im Alter von zwölf bis 16 Monaten, könne man nur mutmaßen.

Die Gründe seien dieselben: "Viele Halter sind einfach überfordert, weil man sich überschätzt hat mit den Aufgaben“, so der Sprecher des Tierschutzvereins. Ein Tier zu erziehen, sei nicht von heute auf morgen getan. Zudem habe nicht jeder das Händchen dafür und nicht jeder möchte eine Hundeschule besuchen.

Wenn der Hund oder die Katze dann vielleicht auch noch krank geworden sei und Tierarztkosten hinzukämen oder sie lästig seien, weil man in den Urlaub fahren möchte, würden sie einfach wieder abgegeben, so Guldner.

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