Eine Katze mit Geschenkschleife sitzt vor dem Weihnachtsbaum. (Foto: picture alliance/dpa/Ina Fassbender)

Warum Tiere keine Weihnachtsgeschenke sind

AFP   19.12.2019 | 08:30 Uhr

Ein Hamster, eine Katze oder sogar ein Hund: Auf den Weihnachtswunschzetteln vieler Kinder steht ein Haustier zum Kuscheln und Herumtollen ganz oben. Doch die Gefahr ist groß, dass schon nach wenigen Wochen das Interesse der Kinder erlischt oder den Besitzern die Aufgabe über den Kopf wächst. Tierschützer sagen deshalb ganz klar: Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk.

Ein Tier als spontanes Überraschungsgeschenk? Davon hält Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund gar nichts. "Wer einen Liebsten zu Weihnachten mit einem tierischen Geschenk überraschen will, bedenkt nicht, dass ein Tier kein Kleidungsstück oder Spielzeug ist, welches man im Zweifel auch wieder zurückgeben kann", sagt sie. Auch kann aus dem niedlichen Kätzchen später eine Kratzekatze werden, die Möbel beschädigt - oder das Kaninchen riecht eben streng.

Die erste große Begeisterung verfliege oft schnell, und die Tiere landeten häufig im Tierheim - wegen spontaner Urlaubspläne oder unerwarteter Kosten und Anforderungen. "Alle Jahre wieder werden nach Weihnachten unzählige Tiere in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen abgegeben", kritisiert auch die Tierschutzorganisation Peta. Im schlimmsten Fall würden sie ausgesetzt.

Zeitaufwand und Kosten erwägen

Ein Tier sollte darum nicht spontan angeschafft werden, sondern erst, wenn sich alle Familienmitglieder darüber informiert haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Vor allem sollte vorher geklärt werden, wer sich um das Tier kümmert. Denn ein Haustier ist nicht nur kurzzeitig Gast, sondern bleibt viele Jahre. Oft merken zum Beispiel Eltern erst zu spät, dass ein Großteil der Versorgung - das Füttern, Säubern des Geheges oder das Gassigehen - an ihnen hängen bleibt.

Oft werden bei der Anschaffung eines Tieres auch die Folgekosten unterschätzt. Neben der Nahrung verursachen auch die regelmäßigen Tierarztbesuche für Impfungen und Routinekontrollen Kosten.

Bevor ein Haustier in die Familie einzieht, sollte zudem geklärt werden, wer es in der Urlaubs- und Ferienzeit pflegt. Das können die Großeltern oder Freunde sein, aber auch Tierpensionen oder Nachbarn. Wichtig ist, dass den Tieren ihre gewohnten Schlafbehälter und Spielzeuge mitgegeben werden.

IST EIN TIER AUS DEM TIERHEIM RATSAM?

Laut Tierschutzbund lohnt sich immer ein erster Gang ins Tierheim. Für die Auswahl eines passenden neuen Mitbewohners sollte aber viel Zeit mitgebracht werden. Hilfreich ist die Erfahrung der Tierpfleger, die ihre Schützlinge genau kennen. Jedes Jahr werden Peta zufolge rund 300.000 Tiere in den Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt, viele von ihnen waren sogenannte Impulskäufe.

In Deutschland warten bis zu 25 Prozent der Tiere in den Heimen zwölf Monate oder länger auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Aber auch hier gilt: Möglichst kein Tier in der Weihnachtszeit aufnehmen, denn Trubel und Hektik erschweren dem Neuzugang die Eingewöhnung im neuen Zuhause.

Tierpatenschaft als Alternative

Wer jemanden beschenken möchte, der sich einen tierischen Mitbewohner wünscht, dem empfiehlt Peta eine Tierpatenschaft. Damit wird ein gerettetes Tier auf einem Lebenshof oder im Tierheim unterstützt - und der Beschenkte erfährt regelmäßig, wie es seinem Schützling geht. Patentiere im Tierheim können auch oft besucht werden.

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