Ein Freibad (Foto: Lena Schmidtke)

Freibäder halten teilweise an Online-Tickets fest

Daniel Dresen   11.07.2021 | 08:31 Uhr

Wer heute im Saarland ein Freibadticket kaufen möchte, sollte mit dem Internet vertraut sein. Tickets für die Bäder der Landeshauptstadt Saarbrücken gibt es zum Großteil nur online zu kaufen. In Neunkirchen hingegen reicht der Gang zur Tageskasse.

Mittlerweile gibt es auch für Freibadgänger im Saarland Corona-Lockerungen. Seit Freitag besteht keine Testpflicht mehr in Frei- und Strandbädern. Doch eine Corona-Maßnahme verdirbt so manchem Schwimmbegeisterten noch immer den spontanen Badegenuss: Einige Freibäder im Saarland setzen auch im zweiten Corona-Sommer voraus, dass ihre Besucherinnen und Besucher mit dem Kauf von Online-Tickets vertraut sind. Die Stadtwerke Saarbrücken bieten trotz niedriger Corona-Infektionszahlen weiterhin für ihre vier Freibäder den Großteil der Eintrittskarten im Internet an.

"Mit dem Online-Buchungssystem soll die Besucherzutrittsbegrenzung gesteuert werden, sodass auch nur ein begrenztes Kontingent verkauft werden kann. Damit soll ein übermäßiges Aufkommen an Besuchern vor den Kassen verhindert werden", sagt Ulrike Reimann, Sprecherin der Stadtwerke Saarbrücken.

Einlassgarantie durch Onlineticket

Die Mehrheit der Bäderbetriebe in Deutschland habe sich zur Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsauflagen während der Pandemie für einen Online-Verkauf von Eintrittstickets entschieden. "Sollten wiedererwarten alle Einschränkungen bezüglich Abstands- und Hygieneregeln und Begrenzung der Besucherzahlen durch die Landesverordnung nicht mehr gefordert sein, werden wir ebenfalls den Verkauf an der Kasse wieder anbieten", heißt es von den Stadtwerken Saarbrücken.

Die Rückmeldungen der Gäste seien sehr unterschiedlich. Ein Teil der Gäste begrüße das Online-Ticket, denn so hätten sie eine Einlassgarantie. Andere hingegen würden sich mit dem Online-Kauf schwertun. Für diesen Personenkreis stellen die Stadtwerke Saarbrücken ein Kontingent von je 50 Eintrittstickets pro Freibad für das Zeitfenster zwischen 9.00 bis 14.00 Uhr zur Verfügung, die an der Tageskasse vor Ort erworben werden können.

Im vergangenen Jahr gab es auch nachmittags die Möglichkeit, Tickets an der Tageskasse zu kaufen. Doch nach zum Teil chaotischen Zuständen vor dem Schwarzenbergbad mussten die Stadtwerke dieses Angebot wieder aufgeben.

Nun gibt es bei den Stadtwerken Überlegungen, den Online-Ticketshop auch nach den Corona-Einschränkungen als zusätzlichen Service anzubieten, denn es gebe immer mehr Gäste, die diese Kaufoption bevorzugen würden.

Rückkehr zur Tageskasse im "Die Lakai"

Auch im Freibad "Die Lakai" in Neunkirchen und im Freibad in Wiebelskirchen wurden im vergangenen Jahr Tickets vor allem online angeboten. Außerdem gab es in der Innenstadt zwei Verkaufsstellen. Von diesem System ist die Stadt Neunkirchen in diesem Sommer jedoch abgerückt.

"Gerade in den Morgenstunden besuchen sehr viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger die Freibäder, um sich durch Schwimmen fit zu halten. Da diese sich mit dem Kauf von Online-Tickets schwertun, sind wir zum Ticketverkauf an der Kasse zurückgekehrt", erklärt Stadtsprecher Deniz Alavanda. Um die Kontaktnachverfolgung sicher zu stellen, können die Badbesucher vor Ort die LucaApp nutzen oder bereitgelegte Formulare ausfüllen.

Online-Tickets sollen jedoch in Neunkirchen als zusätzlicher Service wieder angeboten werden. Durch einen Anbieterwechsel kam es nach Auskunft der Stadt jedoch zu einer Verzögerung.

Online-Reservierung im "Das Blau" keine Pflicht

"Das Blau" in St. Ingbert wiederum setzt auf Online-Reservierung – kostenlos und freiwillig. Besonders spontane Badegäste können auch direkt an der Tageskasse vor Ort ihr Zeitfenster buchen. Das ist allerdings mit dem Risiko verbunden, dass sie aufgrund überschrittener Besucherkapazitäten keinen Eintritt bekommen. Denn mehr als 186 Gäste dürfen sich coronabedingt derzeit nicht zeitgleich im Bad aufhalten. Vor Ort muss ebenfalls ein Formular zur Besucherregistrierung ausgefüllt werden, alternativ kann auch die LucaApp genutzt werden.

"Wir haben mit dem jetzigen Angebot gute Erfahrungen gemacht", sagt Betriebsleiter Dirk Burger. "Das Blau" würden überwiegend spontan entschlossene Badegäste aufsuchen. Daher sei mehr als die Hälfte der verfügbaren Tickets für spontane Besucher im Bad vorgesehen. Davon profitiert vor allem die ältere Klientel des Bades, für die eine reine Ticketbuchung über das Internet teilweise eine Hürde darstellen würde.

Völklingen bleibt beim Onlineticket

Das Völklinger Freibad hält am Onlineverkauf für die Eintrittskarten fest. Dieses System garantiere eine lückenlose Kontaktnachverfolgung, teilte das Freibad dem SR mit. Außerdem sei gerade der Eingangs- und Kassenbereich sehr sensibel, deshalb wolle die Stadtverwaltung die Menschen hier so schnell wie möglich durchschleusen. Das sei mit einem klassischen Ticketverkauf und dem Ausfüllen von Kontaktformularen nicht möglich.

Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Online-Ticketverfahren sehr positiv angenommen wird. Personen ohne Internetanschluss könnten ihr Ticket in der Tourist-Information buchen.

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