Holzstämme im Wald (Foto: (c) dpa)

Zehn Fragen, zehn Antworten zum Saar-Wald

Sandra Schick   24.10.2019 | 05:00 Uhr

Wem gehört der saarländische Wald? Welche Bäume wachsen hier? Was passiert mit dem Holz, das hier geschlagen wird? Warum sind saure Böden noch immer ein Problem für den Wald? Diese und weitere interessante Fragen rund um den saarländischen Wald beantworten wir in unseren FAQ.

1. Wie viel Wald gibt es im Saarland?

Mit einer bewaldeten Fläche von rund 39 Prozent gehört das Saarland zu den waldreichsten Bundesländern im Bundesgebiet. Mehr Waldanteil haben nur noch Rheinland-Pfalz und Hessen mit über 40 Prozent. Die gesamte Waldfläche im Saarland beträgt rund 93.500 Hektar.

2. Wem gehört der Wald im Saarland?

Das Saarland hat mit über 70 Prozent den höchsten Waldbesitzanteil an öffentlichem Wald. Rund 26.500 Hektar sind Privatwald. Dieser ist überwiegend sehr klein strukturiert. Fast 40.000 Eigentümer besitzen um die 100.000 Parzellen.

3. Welche Bäume wachsen hier?

Mit über 70 Prozent Laubbaumanteil hat das Saarland den naturnächsten Wald in der Bundesrepublik. Insbesondere die in Mitteleuropa natürlicherweise dominierende Baumart Buche hat im Saarland den höchsten Anteil gefolgt von der Eiche. Bei den Nadelbäumen dominiert die Fichte, gefolgt von der Lärche und der Douglasie.

4. Was passiert mit dem Holz, das im saarländischen Wald geschlagen wird?

Wald (Foto: SR/Sandra Schick)

Das Nadelholz wird überwiegend im Hausbau und als Garten- und Möbelholz verwendet. Fichten, Douglasien und Lärchen gehen nach dem Schlagen meist in Sägewerke in den Hunsrück, nach Frankreich, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Eichenstämme gehen teilweise nach Frankreich in die Fassholzproduktion für Weinfässer. Ein anderer Teil wird in der Möbelindustrie und zum Herstellen von Parkett verwendet. Die geschlagenen Buchen hingegen legen eine lange Reise zurück: Aufgrund geringer Nachfrage hierzulande, werden sie meist nach Asien verkauft und gehen dann über die Niederlande per Schiffscontainer auf die lange Reise. Außerdem wird vor allem Buchenholz auch als Brennholz regional vermarktet. Viele Saarländer beziehen direkt im Wald vor Ort ihr Brennholz.

5. Wer schlägt das Holz im Wald?

Nur ein geringer Teil des Holzeinschlags wird noch von Forstwirten des SaarForst Landesbetriebs geleistet, etwa 30 Prozent. Rund 70 Prozent des Einschlags wird durch externe Unternehmer realisiert. Etwa 70 Unternehmer unterstützen den SaarForst bei seiner Aufgabenerledigung.

6. Welche Tiere leben im saarländischen Wald?

Neben dem zahlreich vorkommendem Rehwild, Schwarzwild, Füchsen und Dachsen, lebt im saarländischen Wald auch die streng geschützte Wildkatze. Außerdem bietet der saarländische Wald zahlreichen Vögeln, Kleinsäugern, Insekten und Amphibien Lebensraum. Noch nicht wieder heimisch sind der Luchs und der Wolf. Luchse wurden vor einigen Jahren im benachbarten Pfälzerwald wieder angesiedelt. Wölfe wurden im benachbarten Frankreich und Rheinland-Pfalz gesichtet, aber bisher noch nicht im Saarland.

7. Welche Schutzgebiete gibt es?

Neben vielen kleineren geschützten Naturwaldzellen gibt es im Saarland drei größere Schutzgebiete. Den Urwald vor den Toren der Stadt, den Nationalpark Hunsrück-Hochwald und die Biosphäre Bliesgau.

8. Welche Bedeutung hat die naturnahe Waldwirtschaft im Saarland?

Das Saarland war das erste Bundesland, das Ende der 80er Jahre auf naturnahe Waldwirtschaft umgestellt hat. Das Prinzip der naturnahen Waldbewirtschaftung folgt dem Grundsatz, nicht mehr Holz zu entnehmen, als nachwächst. Außerdem wird auf Kahlschlag und eine flächige Befahrung mit Traktoren verzichtet. Darüber hinaus wird in solchen Wäldern keine Chemie eingesetzt.

Zudem erfüllt das Saarland bereits seit 2011 - und damit als erstes deutsches Bundesland - die Forderung der nationalen Biodiversitätsstrategie nach der zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche komplett aus der forstlichen Nutzung genommen werden müssen.

Wald in Saarbrücken (Foto: SR/Sandra Schick)

9. Warum liegt geschlagenes Holz manchmal so lange am Wegrand?

Nach dem Schlagen wird das Holz verkauft. In manchen Fällen dauert es Monate, manchmal bis zu einem Jahr, bis es abgefahren wird. Manche Firmen nutzen den Wald auch als Lagerort. Sie fahren das Holz erst dann aus dem Wald, wenn es auch gebraucht wird.

Kleine Äste und Zweige sowie ganze ausgewiesene Biotopbäume bleiben im Wald liegen oder stehen. Das hat einen guten Grund: Es soll möglichst viel Biomasse im Wald verbleiben. Diese fungiert für die Natur als Dünger, quasi als Biotop für Pilze, Insekten und Tiere.

10. Waldsterben und saure Böden - ist das eigentlich noch ein Problem?

Dem letzten Waldschadensbericht von 2018 zufolge, haben rund 30 Prozent aller Bäume im Saarland deutliche Schäden. Trockene und heiße Sommer setzen dem Wald zu. So konnte sich in den vergangenen beiden Sommern der Borkenkäfer massenhaft vermehren und sorgt für Schäden bei den Fichten. Auch Buchen leiden unter großer Hitze.

Neben heißem und trockenem Klima macht aber vor allem die hohe Belastung durch Luftschadstoffe dem Wald zu schaffen. Luftschadstoffe wie Stickstoffoxide und Schwefeldioxide gelten als Hauptursache für Waldschäden. Sie entstehen durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Die Schadstoffe lagern sich auf den Blättern ab oder fallen in gelöster Form als "saurer Regen" nieder. Größere Mengen an Stickstoff und Schwefel werden im Boden nicht abgebaut und führen deshalb zur Versauerung der Böden. Saure Böden schädigen die Wurzeln der Bäume, die dann schlechter Nährstoffe und Wasser aufnehmen können.

Nach wie vor ist auch im saarländischen Wald die Bodenchemie stark gestört. Von Entwarnung kann also beim Thema Waldsterben keine Rede sein.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja