Symbolbild: Polizei, Festnahme. Auf der Motorhaube eines Streifenwagen liegen Handschnellen der Polizei (Foto: IMAGO / Tim Oelbermann)

Schockanruferin bei Geldübergabe im Saarland festgenommen

  21.11.2022 | 14:55 Uhr

Seit Monaten steigen die Fälle von Telefonbetrug im Saarland. Ein mutmaßliches Opfer aus Saarbrücken fiel allerdings in einem aktuellen Fall nicht auf die Betrugsmasche rein, sondern half der Polizei, die junge Betrügerin zu überführen.

Das hatte sich eine junge Telefonbetrügerin anders vorgestellt: Als die 15-Jährige vergangenen Freitag an der Tür ihres vermeintlich ahnungslosen Opfers klingelte, öffneten ihr stattdessen Polizeibeamte.

Zahl der Schockanrufe im Saarland steigt

Zuvor hatte sie die 66 Jahre alte Frau angerufen und gab sich als ihre Tochter aus, die einen schweren Autounfall verursacht habe. Daraufhin meldeten sich ein angeblicher Polizist und ein Staatsanwalt bei der Frau, der eine Kaution in Höhe von 77.000 Euro forderte.  

Diese Anrufe werden als Schockanrufe bezeichnet. Die saarländische Polizei geht davon aus, dass dieses Jahr ein Schaden von über einer Millionen Euro durch diese Masche entstehen wird. Zuletzt fielen laut Polizeibericht ein 85 Jahre alter Mann aus Schiffweiler und eine 58 Jahre alte Frau aus Lebach auf Telefon-Trickbetrüger herein. Insgesamt erbeuteten die Betrüger dort Schmuck und Bargeld im Wert von 60.000 Euro.

Angerufene durchschaute die Betrugsmasche

Die angerufene Frau aus Saarbrücken durchschaute den Telefonbetrug allerdings und verständigte nach dem Schockanruf sofort die Polizei. Die Jugendliche wurde mithilfe der Polizei im Glauben gelassen, dass ihr Opfer die hohe Summe zahlen werde und erschien zur Geldübergabe.

An der Wohnungstür wurde sie allerdings von wartenden Polizeibeamten empfangen und in die JVA Zweibrücken gebracht, da in der JVA Saarbrücken keine Frauen untergebracht werden.

Tipps gegen Telefonbetrug von der Polizei

Viele Angerufene erkennen diese mittlerweile verbreitete Betrugsmasche nicht. Das Landespolizeipräsidium Saarland gibt deshalb Tipps, wie man sich besser schützen kann.

Die Polizei rät, am besten aufzulegen, wenn man sich nicht sicher ist, wer anruft. Persönliche und finanzielle Informationen sollten niemals am Telefon besprochen werden. Weiter warnt die Polizei, Geld oder andere Wertgegenstände an Unbekannte zu übergeben. Stattdessen sollten Angerufene direkt die Polizei verständigen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.11.2022 berichtet.


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