Samuel Yeboah (Foto: Landespolizeipräsidium Saarland)

Tatverdächtiger im Fall Yeboah ermittelt

Mit Informationen von Thomas Gerber   28.01.2021 | 19:56 Uhr

Fast 30 Jahre nach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis, bei dem der ghanaische Flüchtling Samuel Yeboah getötet wurde, haben die Ermittler einen Verdächtigen identifiziert. Die Bundesanwaltschaft hat Durchsuchungen bei dem Verdächtigen und weiteren Zeugen angeordnet.

Im Rahmen der Mordermittlungen nach dem tödlichen Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Saarlouis im September 1991 wurden am Donnerstag die Wohnung und der Arbeitsplatz eines Verdächtigen in Saarlouis durchsucht. Nachdem es einen Tipp aus der Szene gegeben hatte, wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Das bestätigte die Generalbundesanwaltschaft dem SR. Zudem wurden die Wohnungen von vier Zeugen durchsucht.

Video [aktueller bericht, 28.01.2021, Länge: 1:21 Min.]
Tatverdächtiger in 30-Jahre altem Fall

Nach Überzeugung der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um ein langjähriges Mitglied der Saarlouiser Neonazi-Szene. Er war in den neunziger Jahren mehrfach auf Demonstrationen von Rechtsextremen als Ordner aufgetaucht. Der Mann gilt im Zusammenhang mit dem Brand-Anschlag auf ein Saarlouiser Asylbewerberheim als tatverdächtig und steht im Verdacht des Mordes. Er ist weiter auf freiem Fuß, da laut Bundesanwaltschaft kein "dringender Tatverdacht" besteht und kein Haftbefehl erlassen wurde.

Neue Hinweise im Fall Yeboah
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger/Thomas Gerber, 28.01.2021, Länge: 03:24 Min.]
Neue Hinweise im Fall Yeboah

Erneute Ermittlungen seit einem halben Jahr

Fall Yeboah: Durchsuchung bei Tatverdächtigem in Saarlouis
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 28.01.2021, Länge: 01:05 Min.]
Fall Yeboah: Durchsuchung bei Tatverdächtigem in Saarlouis

Bei dem Anschlag war der damals 27 Jahre alte Samuel Yeboah ums Leben gekommen. Zwei weitere Bewohner wurden verletzt. Das Ermittlungsverfahren war knapp ein Jahr nach der Tat von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken eingestellt worden, da es keine Hinweise auf die Täter gegeben hatte. Vor knapp einem halben Jahr waren die Ermittlungen neu aufgerollt worden. Zuvor hatte es neue Erkenntnisse zu dem Fall gegeben.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise zur Tat. Dazu wurde eigens ein anonymes Hinweistelefon geschaltet, erreichbar unter der Telefonnummer 0681/962 5555.

Samuel Yeboahs Zimmer nach dem Anschlag 1991 (Foto: Landespolizeipräsidium Saarland)
Samuel Yeboahs Zimmer nach dem Anschlag 1991

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.01.2021 berichtet.

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