Der Angeklagte wird in Handschellen in den Gerichtssaal gebracht. (Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow)

Lebenslange Haft für Mord an Tankstellen-Mitarbeiter

  13.09.2022 | 09:36 Uhr

Im Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter in Idar-Oberstein ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Bad Kreuznach wertete in seinem Urteil am Dienstag die Tat als Mord und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Tat an einer Tankstelle in Idar-Oberstein hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Nach einem Streit um die Corona-Maskenpflicht hatte der 50 Jahre alte Angeklagte am 18. September 2021 einen 20-jährigen Tankstellen-Mitarbeiter erschossen. Nun ist er dafür am Dienstag vom Landgericht Bad Kreuznach zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Video [aktueller bericht, 13.09.2022, Länge: 3:16 Min.]
Lebenslängliche Haftstrafe im Prozess um Tankstellenmord

Keine besondere Schwere festgestellt

Das Gericht wertete die Tat als Mord und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Anders als von der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage gefordert, stellte die Schwurgerichtskammer aber keine besondere Schwere der Schuld fest. In diesem Fall wäre eine Haftentlassung des heute 50-Jährigen nach 15 Jahren Haft zwar rechtlich möglich gewesen, aber in der Praxis so gut wie ausgeschlossen.

Die Verteidigung hatte den Tatvorwurf des Mordes zurückgewiesen. Die beiden Anwälte des 50-Jährigen hatten auf Totschlag mit erheblich eingeschränkter Schuldfähigkeit plädiert. Der Angeklagte hatte nach Einschätzung eines Gutachtes zur Tatzeit rund zwei Promille Alkohol im Blut.

Illegaler Waffenbesitz

Der 50-Jährige hatte gestanden, aus Wut darüber, dass der junge Kassierer ihm ohne Corona-Maske kein Bier verkaufen wollte, sich zuhause eine Waffe geholt und bei einem erneuten Besuch in der Tankstelle geschossen zu haben.

Zudem gab es Videoaufnahmen der Tat. Für den Revolver hatte er keinen Waffenschein. Deswegen wurde er auch wegen unerlaubten Schusswaffenbesitzes verurteilt.

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