Eine Mitarbeiterin verteilt Waren an Bedürftige in der Lebensmittelausgabe der Tafeln (Foto: dpa/Stefan Schaubitzer)

Aufnahmestopp bei Saarbrücker Tafel

Lena Schmidtke   20.01.2022 | 10:26 Uhr

Die Saarbrücker Tafel wird bis Ende Juni keine neuen Kunden aufnehmen. Dieser Aufnahmestopp ist notwendig, weil der Zuwachs an Kunden in Kombination mit den Coronamaßnahmen für die ehrenamtlichen Helfer nicht mehr stemmbar ist, so die 2. Vorsitzende des Saarbrücker Tafel eV, Alexandra Moser.

Die Coronapandemie macht auch den Tafeln zu schaffen. In Saarbrücken werden aktuell keine neuen Kunden mehr aufgenommen. Derzeit dürfen sich in den Räumlichkeiten der Saarbrücker Tafel nur noch zehn Helfer aufhalten statt wie bisher 20.

Aufnahmestopp bei Saarbrücker Tafel
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 20.01.2022, Länge: 03:07 Min.]
Aufnahmestopp bei Saarbrücker Tafel

Die Hälfte der Arbeitskraft also bei gleichzeitig mehr Arbeit. Denn weil die Kunden die Tafel nicht mehr betreten und sich ihre Lebensmittel selbst aussuchen dürfen, müssen die Helfer die Körbe für sie packen.

Helfer am Limit

Alle seien am Limit, sagte die 2. Vorsitzende Alexandra Moser dem SR. Der Aufnahmestopp sei unschön, aber notwendig. Man dürfe nicht vergessen, dass die Helfer hier Ehrenamtler seien. Zudem habe die Saarbrücker Tafel seit Corona mehr Zulauf: Statt wie bisher 80 Haushalte am Tag würden mittlerweile 100 versorgt.

Mehr Kunden in der Pandemie

Auch zur Merziger Tafel kommen seit Beginn der Pandemie etwas mehr Kunden. Die Tafeln in Homburg und St. Ingbert haben ebenfalls einen deutlichen Zuwachs: Seit November kommen etwa 15 Prozent mehr Menschen, insgesamt rund 1000 pro Woche.

Hohe Lebensmittelpreise

Das liegt auch an den stark angestiegenen Lebensmittelpreisen. Die Tafeln Merzig, Homburg und St. Ingbert nehmen weiterhin Kunden auf, allerdings versorgen sie auch deutlich weniger Haushalte. Bei der Saarbrücker Tafel sind es insgesamt rund 1800 Haushalte mit über 4800 Menschen, die fünf Tage in der Woche kommen können.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.01.2022 berichtet.

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