Zwei männliche Hände mit Handschellen. (Foto: dpa)

Mutmaßlicher syrischer Kriegsverbecher angeklagt

  23.08.2019 | 12:51 Uhr

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage gegen einen 33-jährigen Syrer aus Saarbrücken erhoben. Der Vorwurf: Der Mann soll im syrischen Bürgerkrieg Kriegsverbrechen verübt haben. Die entscheidenden Hinweise hatten syrische Flüchtlinge dem saarländischen LKA gegeben.

Der Angeschuldigte soll sich im Jahr 2012 in der syrischen Stadt Dara’a dem bewaffneten Widerstand gegen die syrische Regierung angeschlossen haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft existiert ein Foto, auf dem der 33-Jährige den abgetrennten Kopf eines vermutlich gegnerischen Kämpfers in der Hand hält. Ob der Angeklagte die Tötung selbst vorgenommen hat oder beteiligt war, hätten die Ermittlungen allerdings nicht ergeben, so die Staatsanwaltschaft.

Handy-Foto gefunden

Das Foto sei auf seinem Mobiltelefon gesichert worden. Der Mann habe eingeräumt, dass er darauf zu sehen sei. Allerdings angegeben, dass er den Kopf unter Trümmern gefunden habe. Den Stein ins Rollen gebracht hatte das saarländische Landeskriminalamt. Es hatte Hinweise anderer syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge erhalten, denen gegenüber der Angeschuldigte von der Tat berichtet haben soll.

Der Angeklagte befindet derzeit aufgrund anderer Taten in Haft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren.

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