Eichelhäher (Foto: dpa/Pleul)

Vögel zählen für die Wissenschaft

  09.01.2020 | 14:02 Uhr

Die "Stunde der Wintervögel" hat geschlagen - der Nabu will auch in diesem Jahr wissen, welche Arten im heimischen Garten und in Parks verkehren. Bei der zehnten Auflage steht der Eichelhäher im Fokus.

Wer löst den Haussperling als häufigsten Wintervogel in Deutschland ab? Eine Frage, die der Nabu bei der Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" klären will. Vom 10. bis zum 12. Januar können Tierfreunde und Hobby-Ornithologen Vögel in Gärten und Parks beobachten und die Ergebnisse dem Naturschutzbund bis zum 20. Januar melden. "Die dabei gesammelten Daten sind für Vogelschützer äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt geben", sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Video [aktueller bericht, 09.01.2020, ab 17:55 Min.]
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Usutu-Virus

Das ursprünglich aus Afrika stammende Usutu-Virus wurde im Jahr 2011 erstmals in Deutschland an infizierten Amseln festgestellt. Überträger des Tropenvirus sind Stechmücken, die bevorzugt an Vögeln Blut saugen. Befallene Tiere wirken apathisch und sterben innerhalb weniger Tage. Auch Menschen können in sehr seltenen Fällen durch den Stich einer mit dem Usutu-Virus infizierten Stechmücke erkranken. Symptome sind Kopfschmerzen, Hautausschläge und Gehirnentzündungen.

Aufgrund der sehr milden Temperaturen - ohne Schnee und Eis - erwarten die Vogelschützer einen eher geringen Tierbestand in den Gärten. Die Vögel finden nämlich in den Wäldern und auf Feldern noch genügend zu fressen. Andere sind gleich in ihren nördlichen Brutgebieten geblieben. "Aber jede Vogelart reagiert anders. Die Zahl in Deutschland überwinternder Stare und Ringeltauben dürfte zum Beispiel eher steigen", schätzt Miller. Die Zahl der gemeldeten Amseln widerrum zeige, ob sich die Bestände nach der Usutu-Epidemie im Jahr 2018 wieder erholt haben. Damals gingen beim Nabu 800 Meldungen über Verdachtsfälle zum "Amselsterben" ein, im vergangenen Jahr waren es sogar 1300. Experten schätzen, dass an dem Virus jährlich zwischen einer halben und einer Million Amseln in Deutschland verenden.

2019 machten 138.000 Vogelfreunde mit

Besonders gespannt sind die Naturschützer auf die Meldungen von Eichelhähern. "Da wir im Herbst einen außergewöhnlich starken Einflug von Eichelhähern aus dem Norden und Osten Europas hatten, dürfte diese Art derzeit besonders häufig zu sehen sein", prophezeit der Nabu-Chef.

 Die "Stunde der Wintervögel" ist nach Nabu-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet zum zehnten Mal statt. Im Januar 2019 beteiligten sich bundesweit mehr als 138.000 Menschen, die ihre Beobachtungen aus 95.000 Gärten und Parks mitteilten.


Quiz: Welche Wintervögel erkennt ihr?

Frage 1 von 7

Dieser Vogel klettert gern kopfabwärts an Baumstämmen entlang. Wie heißt er?
Kleiber (Foto: NABU/Pressefoto)

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